Altbauten sollen sich zu „4-Liter-Häusern“ wandeln

Das Öko-Zentrum hat ein Team von elf Professionisten gebildet, um bezirksweit Althäuser in Energieeffizienzhäuser umzuwandeln.

Von Hubert Daum

Imst –Alte Häuser oder deren Eigentümer scheuen oft die Wärmebildkamera wie der Teufel das Weihwasser. Zu drastisch würde wohl vor Augen geführt werden, wie sehr man die „Gegend“ mitheizt. Ein altes Gebäude verschlingt durchschnittlich 20 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr. Umso erstaunlicher das neue Projekt des Imster Öko-Zentrums, ein Althaus zum „4-Liter-Haus“ umrüsten zu wollen. Gottfried Mair, Obmann des Öko-Zentrums, arbeitet seit einem Jahr an einer Elf, die nicht ein Fußballteam bildet, sondern ein Team von Sanierungsprofis. Diese sollten Althausbesitzer „in vier Schritten zum 4-Liter-Haus“ begleiten.

Der erste Schritt kümmert sich um Rechtsauskünfte und Förderungen. „Die rechtliche Situation der Immobilie ist die Basis“, meint Notar Christian Gasser, der insbesondere bei Familienübergaben, Kaufverträgen oder Schenkungen die juristische Prüfung anbietet. Für den zweiten Schritt, die Planung und Energieberatung, stehen zwei erfahrene Architekturbüros zur Verfügung. Energieberater Herbert Hafele lenkt dabei das Hauptaugenmerk auf die Energieeffizienz.

Das zentrale Thema Energie, das für das Öko-Zentrum zur Kernkompetenz zählt, pflanzt sich im dritten Schritt fort: die Gebäudehülle, ein eklatanter Schwachpunkt älterer Gebäude. Dazu hat sich innerhalb des Konsortiums ein Team von vier Unternehmern gebildet, das sich um die Gebäudedämmung und energetisch sinnvolle Fenster- und Türenlösungen kümmert. Die so genannte Gebäudetechnik, gemeint ist das Hausinnenleben, sollte den vierten Schritt darstellen.

Hilfe bei der Finanzierung bietet eine heimische Bank an. Betreuer Andreas Huter betont die Kompetenz: „Wir begleiten rund 400 Wohnbauprojekte im Jahr und erledigen auch die Formalitäten, wenn es um Förderungen geht.

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Wie kommen nun Sanierungswillige zu diesem umfassenden Know-how? Am Anfang steht ein kostenloses dreistündiges Bauseminar mit den elf Experten. In Fachvorträgen und einem Stationenbetrieb können mögliche Sanierer ihre individuelle Situation ausloten. Dreh- und Angelpunkt sollten die Gemeinden sein. Gottfried Mair: „Wir streben eine Zusammenarbeit mit allen Gemeinden im Bezirk an und sind so sehr nahe an den Bürgern. Die diesbezüglichen Gespräche folgen ab sofort. Ein derartiges Projekt ist im Bezirk neu.“

Die Experten sprechen von einer Ersparnis der Heizkosten von bis zu 70 Prozent und gehen sogar noch einen Schritt weiter: Die Botschaft „vom Energiekonsument zum Energieproduzent“ sei eine Zukunftsvision, die mit Photovoltaik, Wärmepumpe, Wind etc. keinesfalls absurd sei.

Den Abschluss einer erfolgreichen Sanierung sollte das Gütesiegel zum Energieeffizienzhaus bilden. Eine Urkunde und eine Außenkennzeichnung, die attestieren, ein „4-Liter-Haus“ zu sein (Verbrauch: vier Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr).

Sanierungen können im Optimalfall dreifach gefördert werden und sich in rund zwölf Jahren amortisieren.


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