Zehn Tote bei Angriff auf Feier nach Baseballspiel in Nordmexiko

Männer mit Sturmgewehren töteten auch ein sechsjähriges Mädchen. Die Angreifer konnten fliehen.

Mexiko-Stadt – Bei einem Angriff auf eine Feier nach einem Amateur-Baseballspiel im Norden Mexikos sind zehn Menschen getötet worden, darunter ein sechsjähriges Mädchen. Zwei Männer mit Kalaschnikow-Gewehren stürmten am Sonntagabend das Haus in einem Vorort der Grenzstadt Ciudad Juárez und eröffneten das Feuer auf die rund 30 Anwesenden, wie der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Chihuahua, Carlos Manuel Salas, am Montag mitteilte.

Neben dem Kind seien acht Männer und eine Frau getötet worden. „Die Opfer waren unbescholtene, bescheidene Menschen, die einen Baseball-Sieg feiern wollten“, sagte Manuel Salas. Die Angreifer konnten fliehen, die Polizei leitete eine Fahndung ein.

Das Massaker ereignete sich in dem Vorort Loma Blanca, in dem die Polizei im August einen Anführer des Drogenkartells Sinaloa, Gabino Salas Valenciano, getötet hatte. Anfang September verkündeten die Behörden die Festnahme des mutmaßlichen Anführers des Juarez-Kartells, Alberto Carillo Fuentes. Sinaloa und Juárez liefern sich in Ciudad Juárez an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas einen blutigen Machtkampf um die Kontrolle des Drogenschmuggels in die USA.

Polizei fand 31 Schachteln mit Munition

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Carlos Gonzalez, sagte, die Opfer des Massakers hätten keine Verbindung zur organisierten Kriminalität gehabt. „Sie waren Studenten, Bauern, Arbeiter.“ Nach Angaben von Überlebenden rief einer der beiden Angreifer, sie gehörten zu La Linea, einer Untergruppe des Juarez-Kartells, und sie hätten die Kontrolle über das Gebiet übernommen. Die Polizei fand am Ort des Verbrechens 31 Schachteln mit Munition.

Die Gewalttat weckte Erinnerungen an ein Massaker auf einer Studentenparty in Villas de Salvárcar, einem Vorort von Ciudad Juárez, im Jahr 2010. Damals töteten Angreifer 15 Menschen. Offenbar hatten sie die Gruppe mit einer rivalisierenden Bande verwechselt.

In Mexiko liefern sich Drogenkartelle seit Jahren einen brutalen Krieg. Vor allem in der Grenzregion zu den USA kommt es häufig zu grausamen Racheakten. In Ciudad Juárez hatte die Mordrate im Jahr 2010 mit mehr als 3000 Opfern einen Höhepunkt erreicht. Seitdem ging die Zahl der Tötungsdelikte zurück. (APA/AFP)


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