Polizisten aus Rache verleumdet

Innsbruck – Sieben Jahre nach einer großangelegten Polizeirazzia im Innsbrucker Rotlicht-Milieu (Operation Piroschka) musste sich ein bereit...

Innsbruck –Sieben Jahre nach einer großangelegten Polizeirazzia im Innsbrucker Rotlicht-Milieu (Operation Piroschka) musste sich ein bereits verurteilter Zuhälter erneut vor dem Innsbrucker Landesgericht verantworten. Der Grund: Der mittlerweile 39-Jährige hatte die Razzia und die damit verbundenen Polizeiermittlungen persönlich genommen, mit bösen Folgen für drei Beamte des Landeskriminalamtes. Immerhin behauptete der Tiroler, die Ermittler hätten Zeugen überredet, gegen ihn auszusagen. Ein klassischer Amtsmissbrauch, für den sich auch das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung interessierte. Umfangreiche Ermittlungen gegen die Tiroler Kriminalisten waren das Ergebnis der Anschuldigungen. Zumal die Rotlichtgröße die Vorwürfe keineswegs nur im kleinen Kreis äußerte, sondern auch mehrere Anzeigen erstattete. Die Verleumdungen hörten selbst dann nicht auf, als der Angeklagte 2010 nach Brasilien flüchtete. So beschuldigte der Auswanderer einen Polizisten in einem Internetforum, ein eifriger Bordellkunde gewesen zu sein.

Auf der Anklagebank versuchte der Ex-Zuhälter erst gar nicht, seinen Rachefeldzug zu leugnen. Richter Norbert Hofer verurteilte den 39-Jährigen zu einem Jahr Haft (rechtskräftig). (tom)

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