Nach Wilderer-Amoklauf in Annaberg: Polizei hat zuerst geschossen

Ein Beamter feuerte nach dem Durchbrechen der Straßensperre auf das verdächtige Fahrzeug. Die Schüsse gingen jedoch ins Leere. Die Ermittlungen am Anwesen des Todesschützen dauern weiter an.

Annaberg, St. Pölten – Bei der versuchten Anhaltung des als Wilderer verdächtigten Alois H. (55) am vergangenen Dienstag hat zuerst die Polizei geschossen. Ein Beamter des niederösterreichischen Landeskriminalamtes habe nahe Annaberg auf den Wagen gefeuert, um dessen Anhaltung zu erzwingen, bestätigte Behördensprecher Johann Baumschlager am Dienstag. Die Schüsse seien jedoch ins Leere gegangen.

Das verdächtige Fahrzeug mit gestohlenen Kennzeichen sollte angehalten werden, so Baumschlager. Weil der Lenker die Straßensperre durchbrochen habe, sei auf das Fahrzeug – nicht auf den Mann am Steuer – gefeuert worden. Der mutmaßliche Wilderer erschoss in der Folge drei Polizeibeamte und einen Sanitäter. Am Nachmittag verübte er auf seinem Anwesen in Großpriel nahe Melk Selbstmord.

Baumschlager bestätigte auch Berichte, wonach auf dem Anwesen von Alois H. vier gestohlene Motorräder sichergestellt worden seien. Zwei dieser Maschinen waren demnach 2007 auf dem Areal des Wachauringes in Melk entwendet worden. Dort wurden damals auch zahlreiche Kfz demoliert. Der Schaden betrug 110.000 Euro. Die weiteren, ebenfalls hochpreisigen Motorräder wurden in Aggstein (2011) und in Loosdorf (2012) gestohlen.

Zwei der Opfer wurden am Dienstag in ihren Heimatgemeinden beigesetzt. Unter ihren auch der 70-jährige Rotkreuz-Mitarbeiter, der bei seiner Hilfeleistung für einen Polizisten erschossen worden ist. (APA)

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