Erdbeben fordert Hunderte Tote, neue Insel sorgt für Aufsehen

Durch das heftige Beben in Pakistan hob sich ein kleines Eiland aus dem Arabischen Meer. Aus der „Erdbeben-Insel“ soll Gas ausströmen.

Islamabad - Nach dem schweren Erdbeben vom Dienstag in Pakistan sorgt eine neue Insel, die plötzlich im Arabischen Meer aufgetaucht ist, für Aufsehen. Die Menschen in der rund 400 Kilometer südlich des Epizentrums gelegenen Hafenstadt Gwadar sahen nach dem Beben, dass „ein riesiges Ding“ aus dem Wasser ragte, wie es Anrainer Muhammad Rustam beschrieb. „Es war ein bisschen unheimlich.“

Wissenschafter des pakistanischen Nationalen Instituts für Ozeanografie eilten zu der Insel. Sie hätten dort hohe Konzentrationen von Methangas entdeckt, sagte der Meeresbiologe Mohammad Danish dem Fernsehsender GEO. „Unser Team entdeckte Blasen, die von der Oberfläche der Insel aufstiegen, und die brannten, wenn ein Streichholz angezündet wurde“, sagte Danish. Die Insel ist nach seinen Angaben rund 20 Meter hoch, 90 Meter breit und 37 Meter lang und liegt 200 Meter von der Küste entfernt.

Der australische Seismologe Gary Gibson von der Universität Melbourne sagte, es handle sich wahrscheinlich um einen „Schlammvulkan“, bei dem Methangas während eines Bebens Material an die Oberfläche katapultiert. Dies sei ein sehr seltenes Phänomen, das in der Gegend aber bereits vorgekommen sei. Die Insel sei keine feste Struktur, sondern ein Schlammgebilde, sagte Gibson. Sie werde durch die Wellenbewegungen wieder zerfallen. Der pakistanische Geologe Shamim Ahmed Shaikh gab der Insel noch einige Monate.

Mehr als 300 Todesopfer

Bei dem schweren Erdbeben in Baluchistan wurden nach Angaben vom Mittwoch mehr als 300 Menschen getötet, die allermeisten davon im Distrikt Awaran. 450 Menschen seien bei dem Erdbeben mit der Stärke 7,7 am Dienstagnachmittag verletzt worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde der Provinz mit. Die Rettungsarbeiten dauerten an. Das Militär habe Hubschrauber in die entlegene und dünn besiedelte Region entsandt.

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In Awaran und anderen betroffenen Distrikten rief die Provinzregierung den Notstand aus. Die Zeitung „Dawn“ berichtete unter Berufung auf Behörden, mehr als 80 Prozent der Lehmhäuser in Awaran seien zerstört oder schwer beschädigt worden.

Die Erdstöße am Dienstag waren noch bis in die rund 1200 Kilometer entfernte indische Hauptstadt Neu Delhi zu spüren. Das Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam GFZ verortete die Tiefe des Epizentrums bei 42 Kilometern, die US-Erdbebenwarte (USGS) bei nur 20 Kilometern unter der Erdoberfläche. (dpa)


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