Polizei geht in Wales Verdacht der Sklaverei nach

100 Polizisten durchkämmten am Dienstag ein Gebiet um Marshfield auf der Suche nach Hinweisen zu den sterblichen Überresten eines Opfers.

(Symbolfoto)
© EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Cardiff - Die Polizei in Wales in Großbritannien geht einem Verdacht auf Sklaverei nach. Etwa 100 Polizisten durchkämmten am Dienstag ein Gebiet um Marshfield, ein kleines Dorf zwischen Cardiff und Newport, auf der Suche nach Hinweisen nach Tätern und den sterblichen Überresten eines Mannes, der laut einem anonymen Brief eines der Opfer der angeblichen Sklaventreiber gewesen sein soll.

Am Montag waren Ermittlungen gegen vier Verdächtige im Alter zwischen 36 und 66 Jahren eingeleitet worden. Vorausgegangen seien lange Nachforschungen wegen des Verdachts der Sklaverei, sagte Ermittlungsleiter Paul Griffiths: Im März war ein 43-jähriger Mann aufgetaucht, der seit 13 Jahren vermisst wurde. Er war verschwunden, als er Ferien in dem Gebiet machte. Bei seiner Entdeckung habe er sich in einem „äußerst erbärmlichen Zustand“ befunden, sagten die Ermittler.

Die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtete, der Mann habe der Polizei erzählt, er habe auf einem Bauernhof in Marshfield zwölf Stunden täglich ohne Bezahlung arbeiten müssen. Vor einem Fluchtversuch hätten seine Peiniger ihn eindringlich gewarnt.

Am Montag fand die Polizei schließlich auf dem Bauernhof einen zweiten Mann, der aus Osteuropa stammt und sich ebenfalls in einem miserablen Zustand befand. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Seitdem gingen bei der Polizei Anrufe von „mehreren möglichen Opfern und wichtigen Zeugen“ ein. Außerdem war in einem anonymen Brief die Rede von einer Leiche, die in der Nähe des Bauernhofes vergraben worden sei. (APA/AFP)


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