Mehrkosten nach dem Hochwasser

In Kössen gibt es neue Räume für Feuerwehr und Bauhof. Teurer wird die Sanierung der Grenzlandhalle.

Von Verena Hofer

Kössen –Mit Blaulicht und Sirene startet die Feuerwehr bei einer Alarmierung aus dem Feuerwehrhaus. Bei der Flutkatastrophe Anfang Juni in Kössen waren die örtlichen Freiwilligen stundenlang im Dauereinsatz. Zermürbend war die Situation nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch im Feuerwehrhaus.

Der Kommandoraum im Erdgeschoß musste geräumt werden, ein aufgeschütteter Steindamm vor dem Haus konnte die Flut nicht stoppen. Das Wasser überschwemmte das gesamte Feuerwehrhaus. Innerhalb von zwölf Jahren wurde das Feuerwehrhaus zum zweiten Mal geflutet. Nicht besser ging es den Mitarbeitern beim Bauhof. Das Wasser zerstörte das Büro des Bauhofleiters, inklusive der Akten. Gegenmaßnahmen setzen die Mandatare bei der vor Kurzem stattgefundenen Gemeinderatssitzung.

Die Feuerwehr bekommt einen Anbau im ersten Stock, wo sich zukünftig der Kommando- und Funkraum befindet. „Wenn alles gut geht, dann soll heuer noch der Rohbau stehen“, erklärt Bürgermeister Stefan Mühlberger. Plan, Baubewilligungen und die Angebote müssen erst eingeholt werden. Insgesamt wird der Zubau rund 60.000 Euro kosten. Im Bauhof wird das Dach angehoben, sodass im ersten Stock ein neues Büro entsteht. Eine Umsiedelung ist nicht geplant. „Der Bauhof hängt mit dem Klärwerk eng zusammen“, sagt der Bürgermeister.

Tiefer in die Tasche greifen muss die Gemeinde auch bei den Sanierungsmaßnahmen der 40 Jahre alten Grenzlandhalle. Anfangs war geplant, dass die Böden, Wandverkleidungen sowie das Mobiliar auch weiterhin genutzt werden soll. Das gesamte Bauvorhaben war mit 2,350.000 Euro veranschlagt. Mit 350.000 Euro beteiligt sich der Tourismusverband bei den Kosten, vom Gemeindeausgleichsfonds gibt es 250.000 Euro. Nach dem Hochwasser mussten die Pläne geändert werden, komplett zerstört wurde die Inneneinrichtung. Auf rund 500.000 Euro belaufen sich die Mehrkosten. „Es gibt keine Alternative. Wir können das Vorhaben nicht aufgeben“, sagt Mühlberger. Die zusätzlichen Mittel sollen aus dem Haushalt des kommenden Jahres genommen werden. Eine Aufstockung des Darlehens von derzeitigen 1,750.000 Euro lehnt der Bürgermeister ab. Oberste Priorität hat die Einhaltung des Eröffnungstermins in der ersten Dezemberhälfte.

Die Kosten für die Gemeinde nach dem Hochwasser kann Bürgermeister Mühlberger noch nicht geben: „Es kommt immer was dazu. Wir müssen den Überblick erst schaffen.“ Vorerst zurückgestellt wird die Erweiterung des Altenwohnheims.


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