Verfahren nach Felsrutsch am Iselsberg eingestellt

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die in Folge des spektakulären Hauseinsturzes gegen drei Personen durchgeführt wurden, sind beendet.

Von Claudia Funder

Iselsberg-Stronach –Für große Betroffenheit und überregionales Medieninteresse hatte jenes Ereignis gesorgt, das sich vor knapp einem Jahr in der Gemeinde Iselsberg-Stronach abspielte. Ein nach einem Felsrutsch vom 5. November 2012 massiv beschädigtes Mehrparteienhaus war nicht mehr zu retten und musste aus Sicherheitsgründen am Folgetag dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Mieter verloren ihre gesamte Habe. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Kurz nach dem Ereignis wurde das Landeskriminalamt beauftragt, Ermittlungen aufzunehmen. Am 21. Jänner kam es schließlich zu einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Ein Verfahren gegen für den Bau verantwortliche Personen wurde eingeleitet. Der Vorwurf der fahrlässigen Gemeingefährdung stand im Raum.

Nun liegt das Ergebnis der Untersuchungen auf dem Tisch. „Das Ermittlungsverfahren gegen drei Personen – die Hauseigentümerin, ihren Lebensgefährten und den Ingenieur, der den Bauplan erstellt hatte – wurde am 20. September eingestellt“, bestätigt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Thomas Willam. Laut Landesgeologe sei der Bauplatz als problemlos anzusehen. Die Ursache für den Felsausbruch in diesem Bereich sei die nicht vorhandene Sicherung gewesen, die Sachbeschädigung erfolgte jedoch nicht vorsätzlich. Es bestand keine fahrlässige Gemeingefährdung. Willam: „Die Einstellung erfolgte aus rechtlichen Gründen, da nicht mehr als zehn Personen gefährdet waren. Tatsächlich befanden sich zum Zeitpunkt des Ereignisses vier Personen im Haus. Auch der Vorwurf der Gefahr für fremdes Eigentum in großem Ausmaß war nicht gegeben.“ Dabei komme es laut Willam nicht auf den Wert der Einzelbeschädigungen an.

Zivilrechtliche Schadenersatzansprüche bleiben von den strafrechtlich gesetzten Schritten unberührt.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Willam: „Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft steht es den Opfern zu, binnen zwei Wochen einen Fortführungsantrag einzubringen.“ Der Anzeiger hätte dieses Recht allerdings nicht.

Das Areal, auf dem sich das Haus befand, steht derzeit leer und wurde genau unter die Lupe genommen. „Es könnte wieder bebaut werden“, betont BM Thomas Tschapeller. „Der Hang hat sich nicht mehr bewegt. Sicherungen wurden durchgeführt, Anker gesetzt und eine Mauer aufgespritzt. Im Zuge der Hangsicherung wurde auch die Straße gesichert und saniert. Die endgültige Absturzsicherung mit einer Leitschiene erfolgt noch heuer.“

Von den sechs Personen, die in dem Haus wohnten, hat nur noch eine ihren Hauptwohnsitz in Iselsberg-Stronach. In Osttirol blieben laut Ortschef Tschapeller aber alle.


Schlagworte