Bauern mit Pistole bedroht

Nächtliches Kartoffelaufladen quittierte ein Hofbewohner mit einer gezückten Waffe.

Innsbruck –Letztes Jahr hatt­e sich eine türkische Familie am Hof eines Oberländer Bauern als Untermieter einquartiert. Schon bald kristallisierte sich heraus, dass dies beidseits wohl keine so gute Idee war.

Streitigkeiten ohne Ende folgte in einer lauen Julinacht letztlich der Eklat. War der Nebenerwerbslandwirt doch gerade von seiner Spätschicht heimgekehrt und wollte kurz vor Mitternacht noch ein paar Kartoffeln für einen privaten Kunden auf den Hänger laden. Schon bei seiner Ankunft war er vom Hund des Bauernhofes freudig und laut bellend begrüßt worden.

Insgesamt zu viel für den 51-jährigen Mieter, der seine Frau erst vom Fenster schob und plötzlich mit ausgestreckten Armen eine Glock-Pistole auf seinen Vermieter richtete. Dem nicht genug, repetierte der um den Schlaf Gebrachte auch noch die Waffe durch.

„Der schrie mich an und zielte mit der Pistole auf mich. Ich lief sofort hinter den Hänger, um mich zu schützen!“, schilderte der Landwirt gestern als Zeuge am Landesgericht. Und erklärte, dass er die Türen des Hofes anschließend kurzerhand von außen versperrt hatte, um Zeit für die Flucht zu gewinnen. Das erzürnte den wegen gefährlicher Drohung und Sachbeschädigung Angeklagten so sehr, dass er auch noch eine Scheibe einschlug.

„Der hat mir nicht nur über Stunden den Schlaf geraubt, sondern vor der versperrten Türe auch noch die große Notdurf­t verrichtet. Außerdem wollte ich ihm mit der Pistole eh nur Angst machen!“ Über das Ziel hinausgeschossen:

Zur Hälfte bedingte 960 Euro Geldstrafe ergingen. (fell)


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