Deutsches Kartellamt durchsuchte Autozulieferer Magna

Die Wettbewerbshüter vermuten Preisabsprachen bei Textilien für die Autoindustrie zumindest seit 2002.

Oberwaltersdorf/Berlin - Das deutsche Bundeskartellamt hat die Standorte von sechs Autozulieferern in Deutschland wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen durchsucht. An der Razzia bei den Unternehmen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seien am Dienstag 20 Mitarbeiter des Kartellamts und 15 Kriminalpolizisten beteiligt gewesen, teilte die Wettbewerbsbehörde am Mittwoch in Bonn mit. Von den Durchsuchungen war unter anderem die deutsche Niederlassung des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna betroffen, der von dem Steirer Frank Stronach gegründet wurde.

Mit den Durchsuchungen werde dem Verdacht auf Preis- und Kundenabsprachen bei Textilien für die Autoindustrie nachgegangen, beispielsweise bei Kofferraumauskleidungen oder Bodenbelägen für Autos, teilte das Kartellamt mit. Die Ermittler gingen davon aus, dass es solche Absprachen seit mindestens 2002 gegeben habe.

Wie ein Sprecher des Bundeskartellamts sagte, waren nach bisherigem Stand der Ermittlungen keine ausländischen Unternehmen an dem mutmaßlichen Kartell beteiligt. Es habe bisher „keine Hinweise auf grenzüberschreitende Aktivitäten“ gegeben.

Der Zulieferer Magna teilte mit, mit dem Kartellamt zusammenarbeiten zu wollen. „Die Unternehmenspolitik von Magna sieht die Einhaltung sämtlicher geltender Gesetze vor, einschließlich kartellrechtlicher und wettbewerbstechnischer Gesetze“, erklärte der Zulieferer.

Magna war in den vergangenen Jahren unter anderem als Kaufinteressent für den Autohersteller Opel in der breiten Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Die US-Mutter von Opel, General Motors (GM), rückte schließlich jedoch vom geplanten Verkauf ihrer kriselnden europäischen Tochter ab. (APA/Reuters)


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