Gutmann will „Ende des Gasmonopols“ einläuten

Der Tiroler Energiehändler Gutmann steigt ins Gasgeschäft ein und will in drei bis fünf Jahren 8000 Tiroler Haushalte mit Erdgas beliefern.

Von Max Strozzi

Hall – Gaskunden in Tirol können neben der Tigas und dem deutschen Gasdiscounter Goldgas bald aus einem weiteren Anbieter wählen. Die Tiroler Firma Gutmann steigt mit 1. Oktober in den Gashandel ein. „Wir sind der erste Privatanbieter von Erdgas in Tirol und Vorarlberg und werden österreichweit zu jenen gehören, die den günstigsten Erdgaspreis anbieten“, kündigte Firmenchef Albert Gutmann an. Weitere Details zu den Tarifen gab er gestern mit Verweis auf die Konkurrenz noch nicht bekannt. Die genauen Preise würden am 1. Oktober festgesetzt. Als Heizöl-, Pellets-, Treibstoff- und nunmehr auch Gashändler könne er aber auch Paket-Angebote aus einer Hand anbieten, betonte Gutmann. Tiefer ließ sich der Firmenchef noch nicht in die Karten blicken.

Ziel sei es jedenfalls, in den nächsten drei bis fünf Jahren 8000 Haushalte in Tirol sowie weitere 2000 Haushalte in Vorarlberg mit Erdgas zu beliefern. Derzeit sind in Tirol rund 30.000 Haushalte Erdgaskunden. Zielgruppe seien in erster Linie Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetriebe. Der Wechsel des Lieferanten sei zudem „unkompliziert und kostenlos“, sagt Gutmann. Das Erdgas bezieht Gutmann vom Energiekonzern Eni, mit dem die Tiroler bereits im Tankstellengeschäft eng verzahnt sind.

Hintergrund für den Einstieg des Tiroler Familienunternehmens in den Gashandel ist die Öffnung des Gasmarktes durch ein neues Gasmarktmodell, das im Oktober in Westösterreich in Kraft tritt. Ziel der neuen Regelungen ist es, den Eintritt in den Gasmarkt für neue Anbieter zu erleichtern, indem etwa die bisher künstlich geschaffenen Kapazitätsengpässe im Gasnetz an der Grenze zum Ausland abgebaut werden. „Durch die Liberalisierung des Erdgasmarktes ist das Ende des Monopols in Westösterreich eingeläutet“, kündigt Gutmann in Richtung Tigas an: „Es ist Platz für einen zweiten Tiroler Anbieter.“ Er rechnet auch mit weiterer Konkurrenz: „Möglich, dass auch andere Lieferanten die Chance ergreifen.“

Mit dem Handel von Heizöl, Sprit und Pellets sowie mit dem Betrieb von österreichweit 75 Tankstellen (Eni, Disk) setzte Gutmann im Vorjahr mit 240 Mitarbeitern 340 Mio. Euro um. Vom Gasgeschäft erhofft sich das Unternehmen in fünf Jahren ein Umsatzplus von 10 Prozent.

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