Wenner stemmen Großprojekt mit Landeshilfe

Für über drei Millionen Euro werden in Wenns eine Feuerwehrhalle und ein Gemeindesaal errichtet. Die Gemeinde hat dabei geschickt verhandelt.

Von Matthias Reichle

Wenns –„Der Bürgermeister hat’s g’macht – fest planen und viele Fördergelder abzusahnen. Und er hat, des isch nit g’logen, dem Bezirkshauptmann die letzten Euros herausgezogen“, reimte BH Raimund Waldner gestern gekonnt. Es war nicht das einzige Mal, dass bei der Spatenstichfeier in Wenns vom Verhandlungsgeschick von Dorfchef Walter Schöpf die Rede war. War es ihm doch gelungen, für den Bau des neuen Mehrzweckbaus gleich zwei Fördertöpfe anzuzapfen – den Gemeindeausgleichsfonds und den Feuerwehrtopf, wie der Bezirkshauptmann erklärte.

Insgesamt 3,1 Millionen Euro werden bis zum nächsten Jahr in der Pitztaler Gemeinde in das neue Bauwerk gesteckt. Fast zwei Drittel steuert das Land bei. Im Erdgeschoß findet künftig die neue Feuerwehrhalle für 1,8 Mio. Euro Platz. Im Obergeschoß wird ein Gemeindesaal für 300 Personen eingerichtet, der 1,3 Mio. kosten wird.

Die Gemeinde will ihren Anteil am Projekt von über einer Million Euro zum Teil mit jenen Geldern finanzieren, die von der Agrargemeinschaft an sie zurückfließen sollen, betont BM Schöpf.

Eineinhalb Jahre hat man das Projekt vorbereitet, erinnert er. Dem Spatenstich gingen auch Verhandlungen mit der Diözese Innsbruck voraus, der zwei Drittel des benötigten Grundes gehört. Der Dorfchef bedankte sich bei Pfarrer Otto Gleinser und dem Pfarrgemeinderat für die große Unterstützung

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„Wir sind die einzige Gemeinde in der Region ohne eigenen Gemeindesaal“, betonte der Bürgermeister. Dabei gibt es in Wenns zahlreiche Vereine. Auch die Feuerwehr benötigt die neuen Räume dringend, ist die alte Halle doch schon über 30 Jahre alt. 94 Florianijünger gibt es derzeit in Wenns, sagte Kommandant Norbert Reheis. Allein im letzten Jahr verzeichneten sie 335 Ausrückungen.

„Das Geld ist gut investiert“, erkannte auch LHStv. Josef Geisler, der beim Spatenstich zur Schaufel griff. „In Zeiten von Facebook und Co. ist es wichtig, dass man noch einen Platz hat, wo man sich persönlich treffen kann.“


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