Larissa ist tot: Freund (24) wegen Mordverdachts festgenommen

Der „Abgängigkeitsfall“ Larissa wird zum Mordfall. Die 21-jährige Reuttenerin ist tot. Ihr Freund hat gestanden, sie erwürgt und in den Inn geworfen zu haben. Die Leiche wurde noch nicht gefunden.

Trauer im Larissa B. am Reuttener Kirchplatz. Spontan versammelten sich Freitagabend 200 Jugendliche.
© TT/Mittermayr Helmut

Innsbruck - Knapp zwei Wochen lang wurde nach der vermissten 21-jährigen Larissa B. gesucht. Nun nahm der Abgängigkeitsfall eine dramatische Wende. Die 21-jährige Tirolerin ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, so Polizeidirektor Helmut Tomac während einer Pressekonferenz am Freitagvormittag. Ihr 24-jähriger Freund steht demnach unter Mordverdacht.

Larissa ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.“
Helmut Tomac, Landespolizeidirektor.

Er wurde am Donnerstagabend festgenommen und hat bereits ein Geständnis abgelegt, so die Polizei. Er habe die 21-Jährige erwürgt und ihre Leiche in den Inn geworfen. Diese konnte bisher noch nicht gefunden werden. Der Tat war ein Streit in einem Lokal vorangegangen. Die beiden gingen danach in die Wohnung des 24-Jährigen. Dort habe er dann die junge Frau getötet. Anschließend brachte er die Leiche mit seinem Wagen zum Inn und warf sie im Gemeindegebiet von Thaur in die Fluten. Die beiden hatten sich erst seit rund drei Wochen gekannt.

Landespolizeidirektor Helmut Tomac (links) und LKA-Chef Walter Pupp informierten die Öffentlichkeit über den Fall Larissa.
© Thomas Böhm

Es habe tagelang keine Hinweise darauf gegeben, dass der Freund etwas mit dem Verschwinden zu tun haben könnte, sagte LKA-Chef Walter Pupp. Der 24-Jährige war nicht amtsbekannt, sei noch nie aggressiv aufgefallen. Er hatte sich auch an der Suchaktion beteiligt. „Er hat glaubhafte Angaben gemacht und sich äußerst kooperativ gezeigt, so Pupp weiter. Bei der Spurensicherung in der Wohnung wurden außerdem weder Blut der Vermissten noch Hinweise auf ein Gewaltverbrechen, sondern nur die gewöhnlichen DNA-Spuren und Fingerabdrücke sichergestellt. Zudem gab es eine Zeugin, die eine Frau zur fraglichen Zeit beim Verlassen des Hauses gesehen habe, so Pupp: „Diese Aussage hat ihn eine Zeit lang massiv entlastet“.

Rufdatenauswertung brachte Ermittler auf Spur

Erst als sich nach Recherchen im Freundeskreis der Verdacht auf einen Beziehungsstreit erhärtet hatte, konnten die polizeilichen Maßnahmen ausgeweitet werden, erklärte Pupp: „Auf richterliche Anordnung hin überprüften wir die Rufdaten des Mannes“. Und dabei ergaben sich Widersprüche zu früheren Aussagen. Zum Verhängnis wurde ihm die Pannenhilfe. Wie sich herausstellte, war er nämlich in jener Nacht mit seinem Wagen auf einer Sandbank am Inn steckengeblieben und musste befreit werden. Der 24-Jährige hatte zunächst immer zu Protokoll gegeben, sich gegen 3.30 Uhr schlafen gelegt zu haben, erläuterte Pupp. Laut Telefondaten rief er aber den Pannenhilfsdienst gegen 5 Uhr zu Hilfe. Dem Fahrer des Pannendienstes erklärte er, dass er bei der Suche nach einem „romantischen Plätzchen“ steckengeblieben sei. Den Anruf hatte er aus seinem Telefonverzeichnis gelöscht.

Taucher suchen nach Larissas Leiche

Larissa war seit 13 Tagen vermisst worden. Zuletzt hatte sich die Reuttenerin in der Nacht auf den 14. September in der Wohnung ihres Freundes in Neu-Rum aufgehalten. Danach verschwand sie. Seither wurde fieberhaft nach der jungen Frau gesucht. Polizei, Feuerwehr und Wasserrettung suchten intensiv unter anderem entlang des Inns und im Innsbrucker Baggersee. Auch eine Facebook-Gruppe mobilisierte hunderte Menschen, die sich freiwillig an der Suche beteiligten.

Seit Freitagvormittag suchen Taucher der Cobra den Inn zwischen Thaur und dem Raum Hall nach Larissas Leiche ab. „Wir versuchen alles, um die Frau zu finden“, betonten die Polizeichefs und appellierten, keine „privaten“ Suchaktionen via Facebook mehr zu starten. (tt.com, raut)

Fall Larissa: Pressekonferenz am 27. September

12:46 Uhr

Die Polizei führt derzeit eine groß angelegte Suche nach der Leiche von Larissa durch. Die Liveberichterstattung von der Pressekonferenz ist damit beendet. Es folgen eine ausführliche Zusammenfassung, Videos von der Pressekonferenz und der derzeit laufenden Suche. Außerdem berichtet die TT in ihrer morgigen Printausgabe ausführlich über die Hintergründe des Falls Larissa.

12:22 Uhr

Die Pressekonferenz ist zu Ende.

Zusammenfassung: Larissa wurde nach derzeitigem Ermittlungsstand von ihrem 24-jährigen Freund erwürgt. Er wurde gestern Abend festgenommen und gestand schließlich die Tat. Der Einheimische konnte mittels Rufdatenauswertung überführt werden. Er soll die Leiche im Raum Thaur im Inn beseitigt haben. Dem Mord soll ein Streit vorausgegangen sein. Derzeit suchen Polizei und Taucher der Cobra nach der Leiche der jungen Frau.

12:18 Uhr

Kirchmair abschließend: "Wir wissen nicht, wie lange die Suche dauern wird."

12:16 Uhr

Kirchmair: "Nun steht fest, dass die Leiche im Gemeindegebiet von Thaur in den Inn geworfen wurde. Dort und im Raum Hall findet jetzt auch eine konzentrierte Suche statt. Wir gehen davon aus, dass sich der Körper hier verhängt hat."

12:14 Uhr

Christoph Kirchmair, stv. Bezirkspolizeikommandant, ist am Wort. Er war für die Suchaktionen zuständig. "Wir haben alles unternommen. Polizei, Feuerwehr und Wasserrettung waren im Einsatz. Der Innsbrucker Baggersee und der Inn bis zur Staatsgrenze wurden abgesucht."

12:09 Uhr

Pupp richtet einen Appell: "Wir werden es nicht zulassen, dass jetzt Massen über Facebook aufgerufen werden, nach der Leiche zu suchen. Wir machen das polizeilich."

12:07 Uhr

Der Pannenfahrer, der das Auto aus der Sandbank "befreit" hat, hatte sich übrigens nicht bei der Polizei gemeldet. Er wurde erst nach der Rufdatenauswertung von der Polizei befragt.

12:06 Uhr

Pupp: "Es war für uns sehr belastend. Wir versuchen jetzt alles, um die Leiche zu finden."

12:04 Uhr

Laut LKA-Chef Pupp waren der 24-Jährige und Larissa in jener Nacht alkoholisiert.

12:03 Uhr

Polizeichef Tomac ergänzt: Es war zuerst ein Abgängigkeitsfall. Es hat lange keine Beweise für ein Gewaltverbrechen gegeben. Und die polizeilichen Befugnisse bei Abgängigkeit eines Erwachsenen sind eingeschränkt.

11:55 Uhr

Der mutmaßliche Täter habe bei den Befragungen immer einen coolen und gefassten Eindruck gemacht, erzählt Pupp. Er hatte sich sogar an der Suchaktion beteiligt. Er hat offenbar nicht gewusst, dass wir die Rufdatenauswertung auf richterliche Anordnung machen können.

11:53 Uhr

Der 24-Jährige sei bisher polizeilich noch nicht aufgefallen.

11:52 Uhr

Motiv der Tat dürfte der vorangegangene Streit sein, so Pupp. Zu näheren Details wird der 24-Jährige erst befragt.

11:51 Uhr

Gegen 5 Uhr früh hat er den Mobilitätsdienst seiner Autoversicherung angerufen. Es stellte sich dann heraus, dass sein Auto in einer Sandbank am Innunfer hängengeblieben ist. Diesen Anruf hatte er aus seinem Telefonverzeichnis gelöscht.

11:47 Uhr

Die Rufdaten des Freundes wurden ausgewertet, das brachte den entscheidenden Beweis.

11:45 Uhr

Pupp: "Die Recherchen im Freundeskreis haben ergeben, dass es einen Streit zwischen Larissa und ihrem Freund gegeben hatte. Danach haben wir ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Freund ist immer mehr unter Verdacht geraten."

11:43 Uhr

Pupp: "Wir haben lange keinen entscheidenden Hinweis gehabt."

11:42 Uhr

LKA-Chef Walter Pupp: Die Polizei hat bisher 160 Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet. "Wir haben jeden Stein umgedreht. Doch alles ohne Erfolg."

11:40 Uhr

"Die Leiche wurde noch nicht gefunden."

11:40 Uhr

Die Polizei hat heute eine neue Suchaktion im Inn und entlang des Flusses gestartet.

11:39 Uhr

Die Leiche der jungen Frau habe der Freund dann "im Inn entsorgt", schildert der Polizeichef.

11:37 Uhr

Er wurde gestern gegen 18.30 Uhr festgenommen und hat die Tat bei einer Befragung im Anschluss gestanden.

11:35 Uhr

Ihr Freund wurde noch am Donnerstag "wegen Mordverdachts festgenommen".

11:35 Uhr

Die Pressekonferenz hat begonnen: "Larissa ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen", hält Helmut Tomac gleich zu Beginn fest.

11:26 Uhr

Die Pressekonferenz der Polizei beginnt in wenigen Minuten. Landespolizeidirektor Helmut Tomac, Oberst Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamts und Bezirkspolizeikommandant Stv. Innsbruck, Major Christoph Kirchmair, werden zum Fall Larissa informieren.

10:21 Uhr

Ab 11.30 Uhr berichten wir hier live von der Polizei-Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen im Fall Larissa.


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