Wunschkonzert wird Wirklichkeit

Über ein Jahr lang zerbrach sich die Gemeinde Mieders den Kopf über die Dorfentwicklung. Zahlreiche Projekte landeten auf dem Wunschzettel – einige davon werden nun in Angriff genommen.

Von Denise Daum

Mieders –Im Juli 2012 startete die Gemeinde Mieders eine Kooperation mit der Gemeindeentwicklungsfirma Communalp. Zu Beginn der Zusammenarbeit standen das Ausloten von Projektpotenzial im Dorf und ein Workshop, zu dem alle Miederer eingeladen waren, Ideen und Wünsche für die zukünftige Projekte zu sammeln. Herausgekommen sind 96 vorgeschlagene Maßnahmen. Die Dorfentwicklung gleicht allerdings keinem Wunschkonzert, weshalb ausgesiebt werden musste. Eine überparteiliche Steuerungsgruppe und Communalp-Chef Walter Peer filterten acht Baumaßnahmen heraus, die von größter Priorität und – nicht unwesentlich – auch umsetzbar seien. Darunter befinden sich u. a. der Neubau der Volksschule mit Turnsaal, bauliche Maßnahmen für betreutes Wohnen und Altenpflege sowie die Errichtung eines Sozialsprengels.

Für genau diese Vorhaben fiel nun der Startschuss – die Gemeinde sicherte sich das dafür geeignete Grundstück. Schon seit Längerem fasste man nämlich die unverbaute Wiese unterhalb des Kalvarienbergs, direkt an der Dorfstraße, ins Auge. Besitzerin des Grundstücks ist die Ärztekammer. Bürgermeister Manfred Leitgeb hofft, hier ein Baurecht für die Gemeinde eingeräumt zu bekommen. Einen Vorvertrag dazu segnete der Gemeinderat nun ab, „mit einer Finalisierung des Vertrags rechnen wir noch in diesem Jahr“, bestätigt Leitgeb.

Vor allem der Neubau der Volksschule mitsamt einem Turnsaal ist Leitgeb ein großes Anliegen. „Das Gebäude ist über 100 Jahre alt. Die Schule muss entweder saniert oder eben neu gebaut werden. Der Gemeinderat entschied sich für Zweiteres.“ Auch Räume für die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder sollen auf dem Ärztekammer-Grundstück Platz finden. Auf dem Wunschzettel stehen – wenn auch nicht an erster Stelle – leistbare Wohnungen für junge Menschen im hinteren Teil der Wiese.

Bei aller Dringlichkeit der Projekte ist eine nicht unwesentliche Frage, wie das alles finanziert werden soll. „Die Gemeinde wird nicht bei allen Objekten als Bauherrin auftreten, das können wir uns nicht leisten. Am ehesten ist dies bei der Volksschule der Fall“, sagt Leitgeb. Für den Bau von Sozialzentrum und betreutem Wohnen denke die Gemeinde an gemeinnützige Bauträger. Walter Peer, der mögliche Varianten durchgerechnet hat, unterbreitete einen Vorschlag zur Finanzierung des Neubaus der Volksschule. „Um eine Teilfinanzierung zu ermöglichen, empfehle ich, die jetzige Volksschule, die im Gemeindebesitz ist, zu verkaufen.“

Besonders wichtig ist dem Bürgermeister und Gemeinderat, Freiflächen auf dem Grundstück zu erhalten. „Die Bäume und Teile der Wiese müssen für die Allgemeinheit bestehen und zugänglich bleiben. Wir wollen nicht alles zubauen“, betont Leitgeb.


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