Jahrelang Behinderte missbraucht: Berner Therapeut angeklagt

Über 100 behinderte Menschen soll ein Schweizer Therapeut sexuell missbraucht haben. Nach seiner Festnahme legte der Mann ein Geständnis in 114 Fällen ab.

Bern – Ein Berner Sozialtherapeut soll sich fast 30 Jahre lang in Heimen an weit mehr als 100 Behinderten vergangen haben. Die Berner Staatsanwaltschaft hat nun Anklage in 33 Fällen erhoben. Die restlichen 91 Fälle sind bereits verjährt.

Der Angeklagte ist der Schändung, der sexuellen Handlungen mit Kindern, Abhängigen und Heimbewohnern, der Pornografie sowie der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte angeklagt. Da viele der Opfer teilweise schwerstbehindert sind, konnten die wenigsten befragt werden. Das jüngste Opfer der nun angeklagten Fälle war zur Tatzeit drei Jahre alt.

Der Fall löste im Frühling 2010 in der Schweiz riesiges Entsetzen aus. Der heute 57-jährige Sozialtherapeut flog auf, als zwei Bewohner eines Behindertenheims im Kanton Aargau ihren Eltern von sexuellen Kontakten zum Betreuer erzählten. Nach seiner Festnahme legte der Mann ein Geständnis in 114 Fällen ab. In weiteren zehn Fällen sei es beim Versuch geblieben, gab er an.

Der Angeklagte hatte immer wieder Anstellungen gefunden, obwohl er verschiedenen Arbeitgebern als schwierig aufgefallen war. In einem Ermittlungsverfahren kam er 2003, trotz belastender Aussagen eines behinderten Mädchens, ungeschoren davon. (APA/sda)

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