Kaltblütig die Spuren verwischt

Nachdem er seine Freundin getötet hatte, tat der 24-Jährige alles, um die Tat zu vertuschen. Der Mann beteiligte sich zum Schein selbst an der Suche nach Larissa. Das Motiv für die Tat ist nach wie vor unklar.

Von Katharina Zierl

Innsbruck –Er löschte Anrufe aus seinem Handy. Gewährte der Polizei bereitwillig Einblicke in seine Wohnung und sein Auto. Suchte selbst gemeinsam mit Personen einer auf der Internetplattform Face­book gegründeten Initiative nach seiner Freundin.

„Dieser Fall macht auch uns betroffen. Der Geständige war die ganze Zeit über absolut kooperativ. Es deutete zunächst nichts darauf hin, dass er etwas mit dem Verschwinden der jungen Frau zu tun haben könnte“, begründete LKA-Chef Walter Pupp gestern, warum die Ermittler nicht schon früher auf den 24-Jährigen als möglichen Täter kamen. Außerdem habe eine Hausbewohnerin den Mann entlastet: „Sie hat erzählt, eine Frau habe das Haus zwischen drei und vier Uhr Früh verlassen. Das deckte sich mit den Angaben des 24-Jährigen“, erklärt der Chef des Landeskriminalamts.

„Das Verhalten des Mannes“, sagt Pupp, „lässt schon Schlüsse auf seine Psyche zu.“ Gegenüber der Polizei habe er während der drei Befragungen stets wiederholt, dass er nicht wisse, wo sich Larissa befinde. Als ihn die Polizei jedoch mit einem von ihm getätigten Anruf beim Abschleppdienst konfrontierte, zwangen die Widersprüche den Mann in die Knie. Er gestand die Tat.

Larissa habe nicht mit dem 24-Jährigen zusammengewohnt. Er sei noch nie polizeilich aufgefallen und galt auch sonst nicht als aggressiv, teilten die Ermittler gestern mit. „Auch von Familienstreitigkeiten ist uns nichts bekannt“, erklärte Pupp. Sowohl die Reuttenerin als auch ihr Freund seien in der Tatnacht, in der sie eine Party besucht hatten, alkoholisiert gewesen. „Wie viel sie tatsächlich konsumiert haben, können wir nicht sagen“, sagt Pupp. Das Motiv für die Tat sei Gegenstand weiterer Ermittlungen. „Wir können vorerst nur sagen, dass es einen Streit gab“, betont der LKA-Chef.

Nach wie vor unklar ist auch, warum sich der Pannenhelfer nicht bei der Polizei gemeldet hat. Er brachte den Geständigen, als dieser mit seinem Auto auf einer Sandbank feststeckte, in der Tatnacht vom Innufer wieder nach Hause. „Es gibt offenbar doch Menschen, die von dem Verschwinden der Frau nichts mitbekommen haben“, erklärt Pupp.

Die Suche nach der Leiche der Reuttenerin wurde gestern mit Hochdruck fortgesetzt. „Rund 30 Einsatzkräfte sind beteiligt. Wir hoffen und gehen auch davon aus, dass wir sie bald finden“, sagte Christoph Kirchmair, stellvertretender Bezirkskommandant Innsbruck Land, gestern am Innufer bei den Thaurer Feldern. Dort, wo die Leiche von Larissa verschwand.


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