Luxus-Gefängnis für Pinochet-Schergen wird geschlossen

Eine Luxus-Haftanstalt für zehn ehemalige Militärs aus der Zeit der Pinochet-Diktatur soll geschlossen werden. Die chilenische Regierung habe entschieden, die Häftlinge aus Penal Cordillera in eine andere Anstalt zu verlegen, berichtete die Zeitung „El Mercurio“ am Freitag.

Santiago de Chile – Menschenrechtsorganisationen hatten immer die Sondereinrichtung in der Haftanstalt beanstandet. Dort gibt es Bungalows, Tennisplätze und Swimmingpools. Das Luxus-Gefängnis war 2004 im Auftrag des damaligen Präsidenten Ricardo Lagos gebaut worden. Dort verbüßen die Militärs ihre Haftstrafen wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen.

Zu den Inhaftierten gehört General Manuel Contreras, der ehemalige Chef des berüchtigten Geheimdienstes Dina. Ein weiterer Gefangener ist Oberst Marcelo Moren, der Folterer des in Gefangenschaft gestorbenen Generals Alberto Bachelet, Vater der ehemaligen Präsidentin Michelle Bachelet.

„Die Regierung hat die Verlegung der Häftlinge in die Anstalt Punta Peuco angeordnet, um die Gleichheit vor dem Gesetz zu wahren“, erklärte Chiles Staatschef Sebastián Piñera. Die Vorbereitungen für die Verlegung seien bereits im Gang, erklärte die Justizministerin Patricia Pérez am Freitag dem Fernsehsender Canal 13.

General Augusto Pinochet stand von 1973 bis 1990 an der Spitze einer Militärdiktatur in Chile. In Chile wurden während der Pinochet-Diktatur bis zu 38.000 Menschen gefoltert oder getötet. (APA/dpa)

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