Große Trauer um Larissa, Wut auf Verdächtigen

Die Kaltschnäuzigkeit des Mordverdächtigen sorgt für Empörung im Internet.

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Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Wo ist Larissas Leiche? Einen Tag nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders suchten die Einsatzkräfte im Inn nach der Antwort auf diese letzte offene Frage. „Etwa 30 Feuerwehrmänner und Polizisten sind vom Inn-Rechen in Kirchbichl flussaufwärts unterwegs. Sie haben auch ein spezielles Tiefensonar im Einsatz, mit dem sie das Flussbett absuchen“, schildert Christoph Kirchmair, stv. Polizei-Bezirkskommandant in Hall. „Wir verfügen auch über einen Tauchroboter und zwei spezielle Suchhunde. Das Augenmerk der Einsatzkräfte gilt vor allem den Kehrwassern.“ Die Aktion blieb vorerst allerdings ohne Ergebnis. „Wir werden die Suche jedenfalls bis Montag fortsetzen, dann schauen wir weiter“, so Kirchmair.

Die Kaltblütigkeit des mutmaßlichen Mörders sorgt indes für Verwunderung bei den Ermittlern und Empörung auf Facebook. Vor seinem Geständnis am Donnerstagabend gelang es dem 24-Jährigen fast zwei Wochen lang, alle Zweifel an seiner Unschuld zu zerstreuen. Larissas Freund beteiligte sich an den Suchaktionen, ging regelmäßig zur Arbeit, ließ sich nichts anmerken.

Zum Verhängnis wurden dem 24-Jährigen die vom Handy gelöschten Telefongespräche mit dem Pannendienst in der Mordnacht. „Durch die Rufdatenrückerfassung erhielten wir den Beweis, dass der Verdächtige gelogen hat“, sagt Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes. Und dieser Beweis war es dann auch, der den Rest des Lügengebäudes zum Einsturz brachte. Der 24-jährige Rumer schien fast erleichtert, als er die Tat gestand. Der Mann befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Und hat so keine Gelegenheit, die mittlerweile fast 700 Einträge auf seiner Facebook-Seite zu lesen. Einträge, die nur in Ausnahmefällen so etwas wie Verständnis für den mutmaßlichen Mörder beinhalten. „Seine eiskalte Tat ist unverzeihlich und einfach nur krank und das Ärgste ist, dass er zugesehen hat, wie sich hunderte Helfer jeden Tag abgerackert haben“, heißt es etwa in einem Eintrag. Viele User fanden allerdings weit rüdere Worte für die Gewalttat.

Larissas Tod sorgt für große Anteilnahme: Verwandte, Freunde und Bekannte haben in Reutte und Rum hunderte Kerzen angezündet. Auf Face­book erinnert die Seite RIP Larissa B an die lebenslustige Reuttenerin. „Vermisst in Tirol“ heißt eine weitere Facebook-Seite, die aus den Suchaufrufen im Internet hervorging.


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