Südamerikanische Tiroler besuchten ihre alte Heimat

Eine Gruppe aus Pozuzo unternahm eine Tirol-Reise und nahm das Land der Väter unter die Lupe – darunter das Fiechter Kloster.

Von Peter Hörhager

Schwaz, Vomp – „Schian is do“ – Anna Randolf de Gstir, die im einleitenden Zitat die Schönheit unseres Landes lobte, spricht eigentlich Spanisch als Muttersprache, sie ist nämlich aus Peru. Aber: sie beherrscht auch noch teilweise den Oberländer Dialekt ihrer Vorfahren. Sie lebt nämlich in Pozuzo, also jenem Ort in Peru, in welchen im Jahre 1857 auch 180 Tiroler auswanderten.

Am 30. März legte damals das Auswandererschiff in Antwerpen ab. Erst am 3. August betraten die Tiroler peruanisches Festland, mussten dann aber noch einen langwierigen, mühsamen Fußmarsch auf sich nehmen, in einem Zwischenlager die Regenzeit überbrücken und konnten sich nach unsäglichen Strapazen erst im Juli 1859 in ihrer neuen Heimat ansiedeln. 1868 sagten wegen der damals herrschenden Not weitere 300 Tiroler (vorwiegend aus dem Oberland) ihrer Heimat Ade und wanderten ebenfalls nach Pozuzo aus.

Die 820 Meter hoch gelegene Distriktgemeinde zählt heute rund 8500 Einwohner, wovon 1500 in Pozuzo-Zentrum leben. Der vor 30 Jahren gegründete Freundeskreis für Pozuzo unter Obmann Rudi Heinz zeigte nun der vom vorigen Bürgermeister von Pozuzo, Carlos Gstir-Schaus, angeführten Gruppe die wichtigsten Sehenswürdigkeiten unseres Landes.

Untergebracht waren die tirolischen Peruaner privat bei Familien im Großraum Silz, das Gros der Auswanderer stammte ja aus dem Oberland. Dass jedoch auch Stift Fiecht Ziel einer Exkursion war, hat seinen berechtigten Grund: Es war der Fiechter Pater Augustin Scherer, der für die Auswanderung nach Peru die Werbetrommel rührte und es war sein Konventbruder P. Josef Öfner, der drei Ölbilder für die Kirche von Pozuzo schuf.

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Abt Anselm Zeller, der die Gruppe persönlich durch die Stiftskirche und die Abtei führte, wies daher auf diese besondere Beziehung zum Fiechter Kloster hin. Dort wurde auch das von der Stadt Schwaz spendierte Mittagessen eingenommen. Organisiert wurde der Abstecher ins Unterland vom Schwazer Gemeinderat Walter Egger, der selbst schon in Pozuzo war und die meisten der Gäste seither kennt.


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