Von alten und neuen Häusern

Der Museumsverein Fließ lenkt Aufmerksamkeit auf die regionale Bautradition – vom prähistorischen bis zum modernen Haus. Geplant sind Ausstellungen und Diskussionen.

Walter Stefan (l.) und Pepi Walch in der Gaststube (Jahreszahl 1623) des ehemaligen Fließer Gasthofs Weißes Kreuz. Dieser soll zum Treffpunkt für Kultur ausgebaut werden.
© Wenzel

Fließ –Die Bautradition im Streudorf Fließ dürfte mehr als 3000 Jahre alt sein. Das bezeugen die Reste von vier prähistorischen Häusern der Region. Mitten in Fließ etwa ist vor zwei Jahren das rätische Haus samt ca. 2400 Jahre altem Hockergrab freigelegt worden. Mehrere bestehende Häuser der Neuzeit sind bis zu 600 Jahre alt, zum Beispiel das restaurierte Gasthaus Weißes Kreuz und das ebenfalls kürzlich restaurierte Marth-Haus.

Der Museumsverein macht das Thema Häuser zum Inhalt einer mehrteiligen Ausstellung. „Unser Ziel ist Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für den Lebensraum der Region“, erläutern Obmann Walter Stefan und Stellvertreter Pepi Walch. „Es geht uns darum, die Bedeutung der Häuser für das Zusammenleben aufzuzeigen.“ Wobei der Verein für mehr Wertschätzung alter Bausubstanzen plädiert. „Wenn alte Häuser verschwinden, geht ein bestimmtes Wohlfühlen im Dorf verloren“, ist der Obmann überzeugt. Alte Bausubstanz und damit jahrhundertealte Kulturwerte sollen, so Walter Stefan, nach Möglichkeit gerettet und adaptiert werden.

Vor diesem Hintergrund hat der Fließer Museumsverein die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Häuser“ konzipiert. Fachliche Unterstützung steuerten die Architekten Arno Ritter, Rainer Köberl und Elias Walch bei. Der erste Info- und Diskussionsabend findet am Samstag, 5. Oktober, statt, wenn Experte Walter Hauser (Denkmalamt) im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ ab 20 Uhr die Möglichkeiten für „Weiterbauen am Land“ aufzeigt.

Die Ausstellung „Alte Gasthäuser in Fließ“ hat bereits begonnen. Im Frühjahr 2014 folgen Vorträge und Besichtigungen neuzeitlicher und moderner Häuser. (hwe)


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