Von der Pizza am Stiel bis zum Cola-Brotaufstrich

„Anuga“ steht für kulinarische Innovation: Bei der Ernährungsfachmesse in Köln wurden den Besuchern internationale Neuheiten aufgetischt.

© diverse

Von Judith Sam

Köln –Pizza am Stiel, Ketchup aus Bananen, Cola-Aufstrich fürs Brot, Balsamico in Perlenform – auf der weltgrößten Ernährungsfachmesse „Anuga“ in Köln wurden während der vergangenen Tage zahlreiche kulinarische Innovationen vorgestellt. Unter den Ausstellern aus fast 100 Ländern waren laut Pressesprecherin Christine Hackmann wie immer zahlreiche österreichische Betriebe vertreten: „Beim Brotaufstrich mit Cola-Geschmack von Spitz gingen die Meinungen auseinander – von ,köstlich’ bis zu großem Zögern.“ Vom Betrieb Landhof stammt eine vegetarische Wurst, die exakt so schmeckt, als wäre sie aus Fleisch zubereitet. Pfanner stellte einen Fruchtsaft vor, der zu 100 Prozent aus heimischem Obst hergestellt wurde, und Ölz punktete mit einem kleinen Hefezopf.

Da fragt man sich, was an einem kleinen Zopf so innovativ sein soll. Die Antwort liegt nicht im Gebäck selbst, sondern in dessen Größe: „Denn bei der ,Anuga’ geht es neben Qualität, Regionalität und Originalität auch um das Erkennen von Trends. Und da die Zahl der Singlehaushalte rapide steigt, sind kleine Portionen aktueller denn je.“

Da auch die Gruppe der vegetarischen Konsumenten sowie jene mit Laktose- und Glutenunverträglichkeit stetig steige, würden die dementsprechenden Produktpaletten ebenso boomen. „Ganz neu dabei sind Lebensmittel, die sich rasch zubereiten lassen und kein Putzen erfordern“, weiß die Kölnerin. Daher wäre die Pizza am Stiel, die weder tropft noch fettet und problemlos im Toaster erwärmt wird, eine der beliebtesten Erfindungen der anwesenden Händler.

Auf der „Anuga“ wurde jedoch nicht nur verkostet: „Zahlreiche Experten stellten den rund 155.000 internationalen Besuchern aktuelle Studien vor.“ Eine Verbraucherstudie der Gesellschaft für Konsumforschung besagt etwa, dass die Menschen heute nicht weniger, sondern bedachter essen. Jeder vierte Verbraucher wäre bereit, für Nachhaltigkeit, Genuss und Qualität deutlich mehr zu bezahlen als früher. Dies träfe auch auf Personen aus schlechter verdienenden Haushalten zu.

Hackmann, die selbst auch viel Wert auf Qualität legt, durfte quer durch die Leckereien der rund 7000 Aussteller schlemmen und hat ihren Favoriten gekürt: „Die kleine italienische Firma Terra del Tuono entwickelte aus dem altbekannten Balsamico dank Molekularküchen-Tricks weiße Balsamico-Perlen. Diese Idee verleiht einem konventionellen Produkt völlig neue Faszination – egal ob zum Dessert, im Salat oder zu Snacks.“

Ob all die futuristisch anmutenden Produkte die heimischen Läden erreichen werden, ist fraglich: „Denn jeder Betrieb muss erst einen Händler finden, der die Waren verkauft. Oft wird auch die Nachfrage des Kunden entscheidend sein.“ Viele der vorgestellten kulinarischen Ideen wurden jedoch von vornherein nur für den asiatischen oder amerikanischen Markt entwickelt und werden für Österreicher nur via Internet verfügbar sein.


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