Prozess wegen Vergewaltigung eines Jugendlichen in Justizanstalt

Der 18-jährige Angeklagte soll Anfang Jänner in einer niederösterreichischen Justizanstalt einen 16-jährigen Zellengenossen mit Faustschlägen und Fußtritten verletzt haben. Dazu bekannte sich der Angeklagte schuldig. Den Vorwurf der Vergewaltigung bestritt der 18-Jährige.

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© TT/Thomas Böhm

Gerasdorf am Steinfeld - Ein 18-jähriger Häftling hat sich am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Körperverletzung und Vergewaltigung eines Mitinsassens verantworten müssen. Der Bursche soll Anfang des Jahres in der Justizanstalt Gerasdorf am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) seinen Zellengenossen körperlich und sexuell malträtiert haben. Den Vorwurf der Vergewaltigung bestritt der 18-Jährige und bekannte sich „nicht schuldig“.

Beim Prozess wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Nur beim Anklagevortrag waren Zuhörer erlaubt. Dem Angeklagten wird zum einen vorgeworfen am 5. Jänner 2013 einen erst 16-jährigen Zellengenossen mit Fußtritten und Faustschlägen ins Gesicht verletzt zu haben. Dazu bekannte sich der 18-Jährige auch schuldig.

Den viel schwereren Vorwurf jedoch, nämlich denselben Burschen einen Tag darauf mit einem Besenstil sexuell missbraucht zu haben, wies der Beschuldigte zurück. Das Opfer blieb der Verhandlung fern. Seine Rechtsanwältin forderte Schmerzensgeld in der Höhe von 10.000 Euro.

Prozess vertagt

Die Verhandlung am Landesgericht Wiener Neustadt wurde am Montag wegen des Nichterscheinens eines Zeugen vertagt. Das Verfahren wird am 31. Oktober fortgesetzt.

Eine Debatte um den Jugendstrafvollzug war im Frühjahr durch einen Vorfall in der Justizanstalt Josefstadt in Wien ausgelöst worden: Ein 14-Jähriger war am 6. Mai in der Untersuchungshaft von drei älteren Mitgefangenen mit einem Besenstiel vergewaltigt worden. Nach dem Bekanntwerden dieses Vorfalls kam in der Folge u.a. auch jener in Gerasdorf in Niederösterreich ans Tageslicht, obwohl sich dieser bereits im Jänner zugetragen hatte. (APA)


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