Fukushima: Sechs Arbeiter waren Strahlung ausgesetzt

Die Pannen in der Atomruine Fukushima reißen nicht ab. Nach einem erneuten Leck rügte die Atomaufsicht den Betreiber Tepco abermals für seinen Umgang mit den riesigen Wassermassen. Derweil sorgt eine wichtige Filteranlage für weitere Probleme.

In dem Atomkraftwerk in Fukushima kam es im März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur Katastrophe.
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Fukushima – Die Pannenserie im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima reißt nicht ab. Sechs Arbeiter seien bei dem jüngsten Unfall radioaktivem Wasser ausgesetzt gewesen, weil ein Mitarbeiter versehentlich ein Rohr abgetrennt habe, teilte der Betreiber Tepco am Mittwoch mit.

„Es ist ernst, weil es ein weiteres Problem ist, das durch Nachlässigkeit verursacht wurde, aber ich glaube nicht, dass es eine ernsthaft beunruhigende Dosis ist“, sagte der Chef der japanischen Atomsicherheitsbehörde Shunichi Tanaka. Tepco-Angaben zufolge liefen bei dem erneuten Zwischenfall am Mittwoch sieben Tonnen radioaktives Wasser aus, die aber innerhalb der Anlage geblieben sind.

Zuletzt wurden fast täglich Probleme mit dem Katastrophen-Reaktor bekannt, die zumeist auf Fahrlässigkeit zurückzuführen waren. Am Montag hatte ein Arbeiter aus Versehen einige Kühlwasserpumpen der havarierten Reaktoren abgeschaltet. Zuvor war ein Filtersystem für kontaminiertes Wasser ausgefallen, weil ein Tank übergelaufen war. Mehrmals floss verseuchtes Wasser ins Meer oder versickerte im Erdreich. Beim jüngsten Zwischenfall trennte der Angestellte ein Rohr ab, das für die Meerwasser-Entsalzung notwendig ist. Tepco kühlt mit Hunderten Tonnen Wasser die geschmolzenen Brennstoffzellen in den zerstörten Fukushima-Reaktoren.

Atomaufsicht: Unfälle hätten verhindert werden können

Es sei ein großes Problem, dass laufend Unfälle geschehen, die hätten verhindert werden können, betonte Tanaka. Der Behördenchef mahnte bei Tepco an, den Umgang mit dem verseuchten Wasser in den Griff zu bekommen. Erst in der vergangenen Woche hatten die Atomaufseher den Konzern aufgefordert, zusätzliche Arbeiter einzusetzen und innerhalb einer Woche zu berichten, wie die gefährlichen Säuberungsarbeiten bewältigt werden können.

In dem Atomkraftwerk 200 Kilometer nördlich von Tokio kam es im Frühjahr 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur Katastrophe. Tepco steht wegen seines Krisenmanagements seit langem heftig in der Kritik. Der Firma wird vorgeworfen, auf die auftretenden Probleme unprofessionell und langsam zu reagieren. (APA/Reuters)


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