Tiroler Technologie für russische Jets

Mit Fertigungswerkzeug aus Tirol entsteht in Russland das Flugzeug des 21. Jahrhunderts.

Von Daniel Feichtner

Mils –Die russische Luftfahrt­industrie hat große Pläne. Der Flugzeughersteller Irkut arbeitet derzeit an dem zweistrahligen MS-21, dem „Flugzeug des 21. Jahrhunderts“. Der Kurz- und Mittelstrecken-Jet soll 150 bis 215 Passagieren Platz bieten und schon im kommenden Jahr in Serie gehen. Für die Endfertigung des Flugzeugs baut der Hersteller auf Entwicklungen der Alpex Technologies GmbH in Mils in Tirol.

„Russland arbeitet mit Hochdruck daran, die nationale Luftfahrtindustrie wieder auf den neuesten Stand der Technik zu bringen“, erklärt Hermann Fohringer, kaufmännischer Leiter der Firma, den Hintergrund der Zusammenarbeit. Alpex ist auf die Entwicklung und Herstellung von so genannten Fertigungsformen und -vorrichtungen für Bauteile aus kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK) spezialisiert. „Vereinfacht gesagt entwickeln und bauen wir maßgeschneiderte Werkzeuge, die Irkut braucht, um Leichtbauteile herzustellen, die in den Flügeln des MS21 zum Einsatz kommen werden“, erklärt Fohringer den Beitrag des Tiroler Unternehmens.

Und auf den Auftrag im siebenstelligen Euro-Bereich ist man gut vorbereitet. Bereits in der Vergangenheit konnte das Team von Alpex bei der Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen wie Lamborghini und Airbus Erfahrung sammeln und Können beweisen. Dank der steigenden Nachfrage nach CFK-Bauteilen konnte das Unternehmen in den vergangenen Jahren die Belegschaft von 18 auf 54 Mitarbeiter verdreifachen und verbuchte 2012 einen Umsatz von sieben Millionen Euro. Und wenn die Pläne von Irkut aufgehen, mit dem MS-21 Konzernen wie Boeing und Airbus auch international Konkurrenz zu machen, wird der Auftrag aus Russland wohl nicht der letzte sein.


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