Verirrte Wanderer verbrachten eine Nacht am Berg im Außerfern

Zwei Erwachsene und ein Kind verloren am Dienstag am Meirtljoch im Nebel die Orientierung. Erst am Mittwochabend konnten der Mann Hilfe holen. Die Frau und eine Zwölfjährige wurden mit dem Hubschrauber geborgen.

(Symbolfoto)
© PantherStock

Lermoos – Eine Nacht und einen Tag mussten drei Deutsche im Außerfern auf einem Berg ausharren. Sie hatten sich am Dienstag im Nebel verirrt, das Handy hatte kein Netz und ehe der 49-Jährige am Mittwoch schließlich Hilfe fand, verging fast der ganze Tag.

Gemeinsam mit einer Frau und einem zwölf Jahre alten Mädchen war der Mann am Dienstag gegen 13 Uhr von Ehrwald aus zu einer Bergtour aufgebrochen. Die drei wollten über das Meirtljoch hinauf zum Daniel wandern. Sie benutzten einen schlecht markierten Steig. Nach gut zwei Stunden erreichten sie das Zwischenziel. Der Daniel erschien ihnen zu weit, die Familie entschloss sich umzukehren.

Doch im dichten Nebel kamen die Deutschen vom Weg ab. Da ihr Mobiltelefon keinen Empfang hatte, konnten sie keinen Notruf absetzten. Schließlich wollten sie zurück zum Meirtljoch gehen und versuchen, auf der anderen Seite Richtung Plansee abzusteigen. Die beiden 49-Jährigen und das Mädchen verirrten sich aber immer mehr. Als schließlich die Dämmerung hereinbrach, richteten sie auf etwa 1600 Meter einen Schlafplatz ein. Die Wanderer waren dafür nicht ausgerüstet, sie hatten nur sehr wenig zu Essen und fast keine Kleidung bei sich. Wasser tranken sie aus einem Bach.

Nach der Nacht im Freien stieg der Mann in Richtung Plansee ab, um Hilfe zu holen, während die Frau und das Kind am Berg warteten. Erst am frühen Abend traf der sichtlich erschöpfte 49-Jährige auf einen Jäger. Dieser alarmierte die Einsatzkräfte. Gegen 18.15 Uhr wurden am Mittwoch schließlich die Frau und das Mädchen vom Rettungshubschrauber mittels Tau geborgen. Die drei Wanderer waren unterkühlt, aber ansonsten unverletzt. (tt.com)


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