Internationaler Blick auf das Matreier Gschlößtal

Der Tag der Artenvielfalt in Osttirol schaffte es auf nicht weniger als 17 Seiten im renommierten Geo-Magazin. 1400 Arten wurden bestimmt.

Von Claudia Funder

Matrei i. O. –Die Aufmerksamkeit ist enorm, denn das auflagenstarke Geo-Magazin widmete dem diesjährigen „Tag der Artenvielfalt“ einen ausführlichen 17-Seiten-Bericht und einen Artikel in der Sonderbeilage. „Traumhafte Bilder von den naturräumlichen Besonderheiten und der Landschaft des Nationalparks Hohe Tauern wurden transportiert“, freut sich Florian Jurgeit von der Parkverwaltun­g. Über die Entdeckungen wurd­e so detailliert berichtet, weil die Hauptaktion des Geo-Tages der Artenvielfalt 2013 in Osttirol stattfand.

Knapp 100 Gewässer­kundler, Schmetterlingsforscher, Pilzexperten und Fleder­mausschützer hatten Mitte Juni vorübergehend ihr­e angestammten Unis und Institute verlassen, um innerhalb von 24 Stunden exak­t vorgegebene Zonen akribisch zu durchkämmen. Die Forscher aus Deutschland, Tschechien, Slowenien, Italien und Österreich widmeten sich insbesondere auch der Frage, was der Klimawandel für die Natur bedeutet. Jurgeit: „Ziel war die möglichst breite Erhebung der in den definierten Gebieten vorkommenden Arten. Der Nationalpark ist einer der Biodiversität-Hotspots: Mehr als ein Drittel aller in Österreich nachgewiesenen Pflanzenarten kommt im Nationalpark Hohe Tauern vor. Bei den Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien sind es rund 50 Prozent.“

Fünf Erhebungszonen wurden im Gschlößtal festgelegt, aufgrund der Schneelage waren einige Experten auch im Umbaltal unterwegs.

Das Ergebnis: „Insgesamt wurden rund 1400 verschieden­e Arten erhoben und genau bestimmt“, so Jurgeit. Auch so manche Besonderheit wurde entdeckt. „Als Neufund gelten in der Region der Karmingimpel und der Fitis, der noch nie als Brutvogel nachgewiesen wurde.“ Entdeckt wurden auch Orchideenarten wie das Lapp­ländische Knabenkraut und als Neufund der Alpen­wimpernfarn. Als Erstnachweis bei den Schmetterlingen glückte der Schwarzweiße Weiden­röschenspanner. Fündig wurden auch die Pilz­experten. Der „Winzling“ Orbili­a subtrapeziformis war in Österreich bisher noch nicht nachgewiesen.

Die Ergebnisse flossen in die Datenbank des Parks ein, die vom Biodiversitätszentrum in Salzburg betreut wird. „Für den Nationalpark Hohe Tauern sind bereits rund 500.000 Datensätze vorhanden“, weiß Koordinator Patrick Gros. „Die ältesten Belege reichen in das späte 19. Jahrhundert zurück.“ Gerade mit Hilfe älterer Daten können Rückgänge gewisser Arten genau erfasst und dokumentiert werden – ein wichtiger Seismograph, um in puncto Artenvielfalt gezielt tätig werden zu können.

„Die Tage der Artenvielfalt tragen zu einer starken Verdichtung des Wissens über einen Teilbereich des National­parks bei“, ergänzt Florian Jurgeit.


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