Vater von Edward Snowden in Moskau eingetroffen

Sein Sohn sei in Russland frei und sicher, sagte Lon Snowden bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen, die das russische Staatsfernsehen direkt übertrug.

Lon Snowden.
© REUTERS/Gary Cameron

Moskau/Washington - Der Vater des von den USA gesuchten ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden ist nach Moskau gereist. Fernsehbilder zeigten die Ankunft Lon Snowdens am Donnerstag am Moskauer Scheremetjewo-Flughafen, wo sein Sohn im Sommer mehr als einen Monat lang im Transitbereich festgesessen hatte, bevor die russische Regierung ihm vorübergehendes Asyl gewährte. Begrüßt wurde Lon Snowden vom russischen Rechtsanwalt seines Sohnes, Anatoli Kutscherena.

Sein Sohn sei in Russland frei und sicher, sagte Lon Snowden bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen, die das russische Staatsfernsehen direkt übertrug. Dafür sei er sehr dankbar. Er sei zwar nicht der Sprecher seines Sohnes. Allerdings habe er Zweifel, ob Edward Snowden gefahrlos in die USA zurückkehren könne. In seinen Augen sei sein Sohn kein Verräter, so Lon Snowden.

Er sei nach Moskau gekommen, um mehr über die derzeitige Situation seines Sohnes zu erfahren, erklärte der Vater. Er wolle mehr über dessen Lebensumstände, Gesundheitszustand und juristische Möglichkeiten wissen. „Wenn sich die Gelegenheit bietet, hoffe ich natürlich, dass ich die Möglichkeit bekomme meinen Sohn zu sehen.“ Seit Monaten habe er keinen Kontakt mit ihm gehabt: „Ich habe wirklich keine Ahnung, was er vorhat.“

Der Computerexperte Edward Snowden, der zuletzt als Auftragnehmer für den US-Geheimdienst NSA arbeitete, hatte den Zeitungen „Washington Post“ und „Guardian“ im Juni Informationen über umfangreiche Überwachungsprogramme zugespielt, mit dem die NSA massenhaft Telefonate und E-Mails überwacht. Wegen der Enthüllungen wird der 30-Jährige von den USA per Haftbefehl gesucht.

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Nach seiner Flucht aus den USA hielt er sich in Hongkong auf, bevor er mit einem ungültigen Reisepass nach Moskau flog. Nachdem er dort mehr als einen Monat lang im Transitbereich festgesessen hatte, gewährte Russland Snowden im August für ein Jahr Asyl. (APA/AFP/dpa)


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