Blick unter die Schneedecke

Vielfältige Sichtweisen auf eine bedrohte Natur – von erschreckend bis erhebend – zeigt das Innsbruck Nature Film Festival vom 15. bis zum 18. Oktober im Leokino.

Von Silvana Resch

Innsbruck –Der Gletscher schmilzt, Nächtigungszahlen müssen erhöht werden, Schneekanonen werden des Nachts enteist. „Was kostet eigentlich eine halbe Stunde Freiluft-Whirlpool bei minus 15 Grad?“, will eine Hotelbetreiberin für ihre Kosten-Nutzen-Rechnung wissen. Auf Fragen wie diese gibt es in Anton Pflugfelders Dokumentarfilm „Schnee“ keine Antworten. Scheinbar nüchterne Beobachtungen entfalten vielmehr eine schaurig-düstere Poesie. Hochglanz-Winteridylle sieht anders aus.

Raubbau, Naturzerstörung, Umweltverschmutzung: Das Innsbruck Nature Film Festival (INFF) verspricht keine leichte Kost, dennoch bietet sich vom 15. bis 18. Oktober im Innsbrucker Leokino die Gelegenheit, auch die Schönheit der Natur zu feiern. Zehn Profi-Beiträge – Kurzfilme, Terra-Mater-Produktionen und ausgezeichnete Dokumentarfilme wie „Schnee“ oder den thematisch verwandten Beitrag „Peak“ von Hannes Lang – gilt es zu entdecken. Daneben locken zehn beeindruckend professionelle Werke von Amateuren, die ebenfalls im Wettbewerb laufen. 15 Youngsters-Beiträge (Kategorie bis 21 Jahre) werden zudem auf der großen Leinwand abgefeiert. Über den Siegerfilm in dieser Nachwuchskategorie entscheidet das Publikumsvoting, bis Sonntagabend kann auf www.tt.com abgestimmt werden. Eine Fachjury, bestehend aus dem oscarnominierten Kameramann Christian Berger, Universum-Produzentin Rita Schlamberger und Geo-Redakteurin Katja Trippel, wird indes die Sieger der Profi- und Amateurkategorien ermitteln.

Die Tiroler Landesumweltanwaltschaft feiert mit dem Festival eine Premiere. Mit den Innsbrucker Naturfilmtagen habe man elf Jahre an Erfahrungen gesammelt, nun sei es Zeit für Veränderung und Öffnung gewesen, sagt INFF-Initiator, Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer. Die Resonanz auf den im Frühjahr ausgerufenen Wettbewerb war „überwältigend“, 160 Filme aus aller Welt wurden eingereicht. „Die Qualität war insgesamt sehr hoch“, freut sich Kostenzer.

Mit dem Festival will die Landesumweltanschaft neue Wege im Naturschutz beschreiten. Die Stadt Innsbruck – Hauptsponsor des Festivals – solle sich zu einem Zentrum des Naturfilms entwickeln. Die Chancen stehen gut: In Österreich gibt es außer dem INFF kein Naturfilmfestival, europaweit nur eine Handvoll. „Die zahlreichen Einsendungen und die vielversprechende Durchmischung sagen uns, dass sowohl die österreichische als auch die internationale Naturfilmszene uns sofort wahrgenommen haben“, so der Landesumweltanwalt. Nun liegt es am Innsbrucker Publikum, die vielversprechenden Termine vom 15. bis 18. Oktober wahrzunehmen. Eröffnet wird am Dienstagabend mit einem Poetry Slam.


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