Zwiegespalten die Linie gehalten

Die Gegensätze machen den Lexus CT 200h aus: Zwei Motoren unterschiedlicher Bauart treiben ihn an, der Mix aus fahrdynamischer Ausrichtung und umweltfreundlichem Anspruch zeichnen ihn aus.

Im Kompaktwagensegment siedelt sich der 4,32 Meter lange CT 200h an – es gibt ihn nur mit Hybridantrieb.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Seit Weihnachten 2012 zählt der Lexus CT 200h zum TT-Fuhrpark. Die Überraschung nach fast zehn Monaten Dauernutzung ist: Der Kompaktwagen hat nichts von seiner Spannung und von seiner Zwiespalt ausstrahlenden Rätselhaftigkeit verloren. Die Spannung ist zurückzuführen auf das Antriebssystem, die Rätselhaftigkeit auf den vordergründig nicht aufzulösenden Widerspruch zwischen Sportlichkeit und Umweltschonung. Um beim ersten Aspekt zu bleiben: Der CT 200h ist ein Hybridfahrzeug, das – wie viele andere Lexus- und Toyota-Modellvarianten auch – von einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotoren die nötige Kraft für die Beschleunigung erhält. Verbunden ist das Triebwerks-Duo mit einer CVT-Automatik, die ohne Stufen (Gänge) auskommt. Damit kann sich das linke Bein des Fahrers komplett ausruhen, die rechte Hand muss sich nicht mit Schaltarbeit abmühen.

Der dabei entstehende Komfort muss leichte Einbußen ertragen: Bei durchgedrücktem Gaspedal (erforderlich bei Bergfahrten oder Überholmanövern) sind Motorengeräusch und Beschleunigungsvorgang nicht immer synchron, was auch nach zehn Monaten Dauerbetrieb verwirren kann. Allerdings wäre es verfehlt zu meinen, der CT 200h käme nicht vom Fleck. Die 136 PS Systemleistung lassen sich ummünzen in passablen Vortrieb, der Elektromotor sorgt vom Ampelstart weg für ein zufrieden stellendes Drehmoment. Ist stärkerer Vortrieb gewünscht, empfiehlt sich die Bedienung eines Drehknopfs auf der Mittelkonsole, der ein dynamischeres Reagieren der Motoren auf Pedaldrücke garantiert. Klaglos ist das Zusammenspiel der beiden Aggregate, das Zuschalten des Verbrenners ist im Fahrbetrieb nicht zu spüren, allenfalls zu hören – wenn wir auf die Beschallung des Soundsystems verzichten. Dessen zehn Lautsprecher, Bestandteil des Navigationspakets (2000 Euro netto extra, auf Basis der Business-Ausstattung) erfüllen den Innenraum allerdings zumeist mit Wohlklang, auch dank des Audiostreamings, das via Bluetooth vom Smartphone aus möglich ist.

Der ausfahrbare Bildschirm auf der Mittelkonsole gehört zu den vielen erfreulichen Details, mit denen der CT 200h aufwarten kann – neben Sitzheizung, Sprachsteuerung und Lenkradtasten. Geschmackssache ist auf jeden Fall die sportlich-straffe Abstimmung des Fahrwerks, das Fahrbahnunebenheiten intensiv mitteilen kann. Diese Ausführung hat aber einen Vorteil in schnell gefahrenen Kurven: Der kompakte Lexus bleibt so stets berechenbar, erst recht in Verbindung mit der präzisen Lenkung. Die dynamischen Einzelheiten stehen, eng betrachtet, im Widerspruch zum spritschonenden Anspruch, den der CT 200h mit einem Normverbrauch von 3,8 bis 4,0 Litern je 100 Kilometer vermittelt. Den löst der Testverbrauch von 5,9 Litern nach 12.500 Kilometern auf: Die Dynamik schlägt etwas aus der Norm, akzeptabel ist der Unterschied angesichts der eingeforderten Fahrleistungen im Alpingebiet gleichwohl.

Die leicht abfallende Dachlinie und der Heckeinzug kosten Laderaum, verschönern aber die Ansicht des Lexus CT 200h, den es mit Eco-Ausstattung ab 29.820, in der Business-Ausführung ab 31.591,20 Euro gibt.
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