„Für Unsinn nicht Kögel zerstören“

Heinrich Klier geht mit dem Zusammenschluss Lizum-Schlick, der Bergbahnenstudie und NR Franz Hörl hart ins Gericht.

Von Manfred Mitterwachauer

Stubai –Er gilt als Doyen der Tiroler Seilbahnszene. Heinrich Klier legte einst den Grundstein für den Wintertourismus am Stubaier Gletscher. Über die aktuell wieder aufgeflammte Diskussion um einen Zusammenschluss zwischen der Axamer Lizum und der Schlick 2000, also den viel zitierten „Brückenschlag“ ins Stubai, kann Klier aber nur den Kopf schütteln: „Das bringt keinen einzigen Quadratmeter neuer Skifläche.“ Immerhin müsste für die neue Verbindung das Ruhegebiet der Kalkkögel seilbahntechnisch erschlossen werden. „Nur das Seilbahnfahren interessiert aber keinen einzigen Gast“, vergleicht Klier im Gespräch mit der TT eine Seilbahn- mit einer Taxifahrt: „Da ist es doch auch egal, ob ich in einem BMW oder Mercedes sitze.“ Und weiters sei die Fahrt von Innsbruck via Lizum in die Schlick dreimal länger als direkt über die Autobahn nach Fulpmes.

Dem Gast komme es, wie Klier regelmäßige Kundenbefragungen am Stubaier Gletscher zitiert, in erster Linie auf die Größe des Skigebietes an. Und genau hier stelle sich für ihn die Sinnfrage hinter dem Brückenschlag: „Wer will das?“ Klier’scher Nachsatz: „Außer vielleicht die Seilbahnfirmen, die die Anlage bauen sollen.“

Die Stubaier Gletscherbahnen würden daher in das derzeitige „Wehgeheul“ nicht einstimmen – seit über 20 Jahren, so Klier, verzeichne man jährlich rund eine Million Fahrgäste.

Kliers Fazit, das er auch gestern NR Franz Hörl (ÖVP) – einem vehementen Verfechter des Verbindungsprojektes – in einer E-Mail nahelegte: „Der Brückenschlag ist ein großer Unsinn.“ Es sei daher „nicht einzusehen, wieso man dafür das Ruhegebiet Kalkkögel zerstören soll“. Hier gehe er, Klier, konform mit LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und FPÖ-Landesobmann Markus Abwerzger.

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Bei der Bergbahnenstudie für den Großraum Innsbruck an sich hält es Klier mit Patscherkofel-Hausherr Peter Schröcksnadel. So solle sich der Schweizer Studienautor „zuerst einmal den Seilbahnsektor in der Schweiz anschauen, ehe er uns gute Ratschläge erteilt“. Noch am Donnerstag hatten sich TVB Innsbruck und BM Christine Oppitz-Plörer gegen Kritik an der Aussagekraft der Studie von „grischconsulta“ ausdrücklich verwehrt.

Auch Fritz Gurgiser erneuerte gestern via Blog auf TT.com seine Ablehnung des Projekts Brückenschlag. Derzeit sei dies nichts anderes als ein „glatter Rechtsbruch“, so Gurgiser.


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