Mit Bärenkräften und Technik zum Sieg

Der Tiroler Spitzenranggler Franz Hauser lässt beim Leistungstest sogar österreichische Spitzensportler alt aussehen.

Von Eva-Maria Fankhauser

Stummerberg –Stattliche 1,93 Meter groß, breite Schultern, muskelbepackt: Franz Hauser sieht wie ein Ranggler aus dem Bilderbuch aus. Auch die 106 Kilo Kampfgewicht tragen zu einem leicht einschüchternden Gesamtbild bei. Dabei ist das Aushängeschild des Zillertaler Rangglervereines im Alltag ein gutmütiger und hilfsbereiter Mensch. Doch sobald er den Ring im weißen Ranggler-Outfit betritt, lehrt er seine Kontrahenten das Fürchten. Ausgerechnet ein eher schmächtiger Salzburger – Hermann Höllwart aus Taxenbach – ist jedoch der größte Konkurrent des Stummerbergers. Höllwart hat sich heuer mit technischem Können an die Spitze gekämpft und führt die Gesamtwertung der I. Klasse an. „Die Technik ist das Um und Auf in diesem Sport“, weiß Franz Hauser, der trotz einer Verletzung am Handgelenk auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken kann, nur zu gut.

Viel Training und Ehrgeiz sind sein Erfolgsrezept. Nervös ist der 29-Jährige vor fast jedem Kampf, aber sobald er im Ring steht, zählt für ihn nur noch eines: gewinnen. Das ist seine Motivation. Mit zwölf Jahren entdeckte er durch seinen Freundeskreis die Leidenschaft zu diesem Sport. Sich mit seinen Kumpels bei Wettkämpfen zu messen, habe ihm auf Anhieb gefallen, gibt er schmunzelnd zu. Seit 2004 ranggelt der Zillertaler in der I. Klasse. Die vielen Pokale und Auszeichnungen in seinem Haus am Stummerberg sind Zeugnisse seines Erfolgs – dazu zählt die gewonnene Staatsmeisterschaft 2005 und der heuer gewonnene Hogmoar in Hart sowie der zweite Platz in der Klassenwertung und beim Gauder-Ranggeln.

Ein herausragendes Ergebnis erzielte Hauser insbesondere beim Leistungstest. Spitzensportler unterziehen sich jährlich einer sportmedizinischen Untersuchung mit Leistungsdiagnostik beim Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus. Dabei wird unter anderem bei einem Belastungs-EKG untersucht, welche Belastungen gesundheitlich unbedenklich und förderlich sind.

„Auf dem Ergometer habe ich Vollgas gegeben und überdurchschnittliche Werte erzielt“, erzählt Hauser. Laut seinem Arzt, sagt Hauser, stelle er sogar bisherige Ergebnisse von Spitzensportlern wie Hermann Maier in den Schatten. „Ich habe mich ziemlich leicht getan bei dem Test und meine Werte waren am Ende der Wahnsinn. Daher musste ich das Leistungs-EKG wiederholen, aber dieses Mal ohne Sauerstoffmaske und mein Ergebnis war immer noch herausragend“, freut sich der Sportler. Fit hält sich der Ranggler auch mit Radfahren und Skitouren. Auch seine zwei kleinen Kinder und die Arbeit auf dem Hof halten ihn auf Trapp. Rückhalt erhält er von seiner Freundin.

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Obwohl die meisten Ranggler mit Anfang dreißig in den Ruhestand gehen, will der 29-Jährige noch lange nicht ans Aufhören denken: „Für mich steht das Ranggeln an erster Stelle!“


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