Drogen: Zwei Tote in zwei Tagen

Innerhalb von zwei Tagen starben im Außerfern zwei Männer. Die Polizei geht von Drogenmissbrauch aus.

Von Thomas Hörmann

Reutte –Am Sonntag starb ein knapp 30-jähriger Außerferner, am Montag musste erneut die Polizei ausrücken: Ein Mitte 20-jähriger Außerferner aus demselben Ort war ums Leben gekommen. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt. Die genaue Ursache wird noch untersucht, „wir gehen aber davon aus, dass in beiden Fällen eine Mischung aus Suchtmittel- und Medikamentenkonsum zum Tod der Männer geführt hat“, sagt Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes.

Der Tod der beiden Männer ist im Außerfern Anlass für wilde Spekulationen. Etwa, dass mit Rattengift versetzte Drogen im Umlauf seien. Und dass sich zwei weitere Konsumenten im Krankenhaus befinden würden. „Das stimmt nicht“, stellt Pupp klar: „Wir haben weder Hinweise auf Rattengift, noch wissen wir von zwei Opfern im Spital.“

Aus der Drogenszene ist zu hören, dass beim Tod der beiden Außerferner die Zombiedroge MDPV im Spiel gewesen sei. Die Substanz aus dem Chemielabor sorgte 2012 für weltweite Schlagzeilen, als ein nackter „Kannibale“ in den Vereinigten Staaten in Miami das Gesicht eines Obdachlosen mit den bloßen Zähnen zerfleischte. Das Opfer überlebte, der Täter wurde erschossen.

Fest steht, dass MDPV seit etwa einem Jahr auch in Tirol am Markt ist. Todesfälle verursachte die Zombiedroge bisher keine.

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Insgesamt starben in Tirol heuer zehn Menschen an den Folgen des Drogenkonsums. „Acht Männer und zwei Frauen“, präzisiert Walter Pupp. Im Außerfern erhöht sich die Anzahl der Drogentoten nach dem Ableben der beiden Männer auf drei Opfer: „Den ersten Toten hatten wir bereits im Jänner.“

Im Vorjahr starben 21 Tiroler nach dem Konsum von Suchtmitteln. Eine Zahl, die heuer unterboten werden könnte. 2011 waren es sogar 24 Menschen, die nach der Einnahme von Drogen ihr Leben ließen.


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