Schaden durch Straftaten von Wilderer geht in die Millionen

Alois H., der Mitte September drei Polizisten, einen Sanitäter und sich selbst getötet hatte, wurden bisher 20 Einbruchsdiebstähle zugeordnet, acht davon mit Brandstiftung.

Annaberg/St. Pölten - Der mutmaßliche Wilderer und Vierfach-Mörder von Annaberg (Bezirk Lilienfeld) hat Straftaten mit Schaden in Millionenhöhe angerichtet. Nach Angaben von Franz Polzer, Chef des Landeskriminalamtes NÖ, wurden Alois H. (55) bisher 20 Einbruchsdiebstähle zugeordnet, acht davon in jagdliche Objekte und mit Brandstiftung. 130 Schusswaffen im Anwesen des Mannes, etwa die Hälfte aller sichergestellten, seien „eindeutig Diebesgut“.

Polzer sprach am Freitag von acht Millionen Euro Schaden, von denen man ausgehen könne. Es sei anzunehmen, dass die Marke von zehn Millionen überschritten werde. Der u.a. des Mordes an drei Polizeibeamten und einem Sanitäter am 17. September beschuldigte 55-Jährige, der seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hat, habe demnach „Gehöriges zu verbergen“ gehabt.

Auf das Konto des Wilderers gehen den Ermittlungen zufolge u.a. definitiv Einbrüche und Brandstiftungen im Schloss Steinbach in Göstling a.d. Ybbs (Bezirk Scheibbs) im Dezember 2002 und in einer Jagdvilla in Gutenstein (Bezirk Wiener Neustadt) im August 2004. Auch ein Jagdschloss in der Steiermark hatte der Mann demnach heimgesucht und dort einen Brand gelegt, merkte Polzer zu Fällen größeren Ausmaßes an.

Allein der Schaden in Göstling war seinerzeit mit etwa fünf Millionen Euro beziffert worden. In Gutenstein waren u.a. ein Jagdgewehr der Marke Sauer, Type 90, Cal. 8x68 S, Nr. K 4195 mit Zielfernrohr Marke Zeiss, sechs Revolver, teils funktionstüchtig der US Armee, drei Zeiss-Ferngläser und 89 Trophäen - vorwiegend Rehe und Hirsche, aber auch ein präparierter Puma - gestohlen worden. Die Raubkatze wurde ebenfalls auf dem Anwesen des 55-Jährigen sichergestellt.

Offen sei noch, ob Alois H. Mittäter hatte, sagte Polzer am Freitag. Es sei nicht auszuschließen, obwohl derzeit nichts unmittelbar darauf hindeute. Als Wilderer dürfte der Beschuldigte jedenfalls Einzeltäter gewesen sein. (APA)


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