Noch 100 Haushalte ohne Strom, 15 Hektar Obstflächen zerstört

Auch am Samstag gingen die Reparaturarbeiten an einigen Stromleitungen in Tirol weiter. Bis zum Abend dürften die letzten verbleibenden 100 Haushalte wieder Strom haben. Indes wurde bekannt, dass 30 Prozent der gesamten Obstfläche in Tirol durch den schweren Nassschnee beschädigt wurde.

Innsbruck – Nach dem ungewöhnlich starken Wintereinbruch in der Nacht auf Freitag hat man in Tirol am Samstag die Probleme mit der Stromversorgung weitgehend in den Griff bekommen. Am frühen Nachmittag waren noch 100 Haushalte ohne Strom, sagte Klaus Schüller, der Systemführer Netze der Tinetz-Stromnetz Tirol AG der APA. Betroffen war dabei ausschließlich die Gemeinde Nauders im Bezirk Landeck. Im Verlauf des Tages sollte die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt sein, hieß es.

Zuvor hatte die Tinetz neben andauernden Versorgungsunterbrechungen in Gemeinden wie Tulfes und Gries am Brenner (Bezirk Innsbruck Land) auch mit auftretenden Stromausfällen unter anderem im Ötztal und Pitztal zu kämpfen.

Die Situation im Bahnverkehr hat sich inzwischen fast vollständig normalisiert. Die Karwendelbahn zwischen Innsbruck und Scharnitz werde voraussichtlich um 17.00 Uhr wieder freigegeben, teilte die ÖBB mit. Bis dahin sei ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Obstanbau: Über eine Million Euro Schaden

Rund 15 Hektar Obstflächen seien nach bisherigen Erhebungen „total zerstört“, erklärte der Obmann des Vereins „Tirol Obst“ in der Landwirtschaftskammer, LAbg. Hermann Kuenz (ÖVP), gegenüber der APA am Samstag. Kuenz rechnete mit einem Schaden in der Höhe von „weit mehr als einer Mio. Euro“.

Insgesamt seien 30 Prozent der gesamten Obstfläche in Tirol vom plötzlichen Wintereinbruch in Mitleidenschaft gezogen worden. In erster Linie handle es sich um Apfelplantagen im Raum Innsbruck, sagte Kuenz. 25 Betriebe würden zu den Hauptbetroffenen zählen. Zahlreiche Hagelnetze, die die Äpfel schützen sollen, seien unter der Last des Schnees eingeknickt. „Teilweise wurden auch die Bewässerungs-Konstruktionen total zerstört. Die Äpfel liegen am Boden. Das muss alles gerodet werden“, berichtete der Obmann von „Tirol Obst“.

Er habe bereits mit LHStv. und Agrarlandesrat Josef Geisler (ÖVP) Kontakt aufgenommen, meinte Kuenz und brachte die Möglichkeit von Zuwendungen aus dem Katastrophenfonds an die hauptbetroffenen Betriebe ins Spiel. (APA)


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