Phantombilder sollen neue Bewegung in Kriminalfall Maddie bringen

In der BBC-Fernsehsendung „Crimewatch“ sollen Phantomfotos von gesuchten Männern veröffentlicht werden, die mit dem Fall zu tun haben könnten. Auch Maddies Eltern kommen live zu Wort.

Maddie wird seit dem Jahr 2007 vermisst. Rechts, ein Computerbild: So könnte das Mädchen im Alter von neun Jahren aussehen.
© APA/EPA

London – Fünfeinhalb Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden der kleinen Madeleine McCann aus einer Ferienanlage in Portugal gehen die britischen Ermittler neue Wege, um das Schicksal des Mädchens aufzuklären. Schon am Montagabend werden in der BBC-Fernsehsendung „Crimewatch“ Phantomfotos von gesuchten Männern veröffentlicht, die mit dem Fall zu tun haben könnten. „Wir wollen alles noch einmal von vorne aufrollen“, sagte Chefermittler Andy Redwood in am Wochenende verbreiteten Auszügen der Sendung, in der neben einer 25-minütigen Rekonstruktion der Geschehnisse auch Maddies Eltern live zu Wort kommen sollen.

Die Bemühungen der Polizei machen jedoch nicht in Großbritannien Halt, auch in Deutschland und den Niederlanden bittet Scotland Yard um Hinweise zu dem Fall. Das ZDF-Programm „Aktenzeichen XY“ wird dem verschwundenen Mädchen am nächsten Mittwoch einen längeren Bericht inklusive eines Appells der Eltern widmen, wie es auf der Homepage der Sendung hieß.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve verschwunden, während ihre Eltern beim Abendessen waren. Seitdem suchen die McCanns unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit nach dem Mädchen. Insgesamt wurden 442 Verhöre zu dem Fall geführt und 41 mögliche Verdächtige ausgemacht, ohne dass es je zu Festnahmen gekommen wäre.

Britische Ermittler: Maddie könnte noch leben

Die portugiesische Polizei hatte den Fall nach 14 Monaten zu den Akten gelegt. Die britischen Ermittler halten es nach eigenen Angaben jedoch weiterhin für möglich, dass das Mädchen noch lebt. Nach der Andeutung neuer Hinweise durch Scotland Yard hatten sich die McCanns vergangene Woche „sehr ermutigt“ gezeigt, dass neue Bewegung in den Fall kommen könne.

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Laut der Internetausgabe der „Bild“-Zeitung könnte eine Spur auch nach Deutschland führen: In der „Aktenzeichen XY“-Sendung sollen demnach Phantombilder zweier Männer gezeigt werden, die offenbar Deutsch sprachen und denen bisher kaum Bedeutung in dem Fall beigemessen wurde. (APA/AFP)


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