Startschuss für Afrikaprojekt

Das Vorhaben des Lienzer Arztes Franz Krösslhuber, im Südsudan ein Spital zu bauen, ist mit neuem Konzept auf dem Weg zu einer „Road to Health“. Und erreicht deutlich mehr Patienten.

Von Claudia Funder

Lienz –2007 war der Lienzer Kinderarzt und Notarzt Franz Krösslhuber, der sich seit Jahrzehnten für die Ärmsten der Armen in verschiedenen Staaten starkmacht, zum ersten Mal im Südsudan. Die mangelnde medizinische Versorgung in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land ließ in dem gebürtigen Oberösterreicher die Vision von einem Spitalbau in Jalimo reifen. Auch wenn der Staat 2011 die Unabhängigkeit erlangte, beklagt man hier die weltweit höchste Mütter- und eine sehr hohe Kindersterblichkeit.

Vor zweieinhalb Jahren starteten die ersten Benefizaktionen in Osttirol, im Oktober 2012 wurde als logische Konsequenz ein Verein aus der Taufe gehoben. Eine Welle der Hilfsbereitschaft und Wertschätzung des Projektes hatte rasch den gesamten Bezirk erfasst. Unzählige Private sind indes ebenso mit im Boot wie Firmen, Gemeinden, Vereine und Institutionen.

Am Mittwoch vergangener Woche fiel der Startschuss zum Bau. „Die Fundamente sind ausgegraben“, erzählt Franz Krösslhuber, der gestern bekannt gab, dass man sich nach reiflicher Überlegung für eine Erweiterung und Erneuerung des ursprünglichen Konzeptes entschieden hat. Das bereits fix und fertig geplante Hospital wird, so der Mediziner, nicht in Jalimo, sondern – 45 Kilometer davon entfernt – in Mondikolok hochgezogen. Der Grund: „Es hat sich gezeigt, dass hier großer Bedarf besteht. Es gibt bereits vorhandene Strukturen, auf die wir aufbauen können und wir konnten mit den Diözesen verlässliche, etablierte Partner gewinnen“, berichtet Krösslhuber. Durch die Beteiligung der Kirche, die vor Ort hohes Ansehen genießt, sei die Einbindung der Bevölkerung wesentlich besser. Außerdem sei das Einzugsgebiet um ein Vielfaches größer als in Jalimo. Die Hilfe kann so flexibler und in deutlich höherem Ausmaß genutzt werden.

Das Konzept: Schwerpunkt des Projektes wird mit einem Krankenhaus-Neubau Mondikolok sein, zusätzlich werden aber weitere Standorte von Moyo/Uganda bis Mondikolok medizinisch mitbetreut. Auf diese Weise soll eine Art Gesundheitsstraße entstehen, eine so genannte „Road to Health“.

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Die Diözese stellte in Mondikolok ein Grundstück – deutlich größer als jenes in Jalimo – zur Verfügung, auf dem bereits ein Bau mit sechs Zimmern steht. Ein Gesundheitszentrum war geplant. „Aus Personalmangel ist hier jedoch bisher nichts passiert“, erzählt Krösslhuber. „Hier wird eine Geburtenstation eingerichtet.“ Im anschließenden Neubau, für den kürzlich der Startschuss fiel, werden eine Ambulanz sowie Labor, Röntgen, Ultraschall und Medikamentenausgabe situiert sein. Eine Photovoltaikanlage liefert den Löwenanteil an Energie. Langfristig denkt man auch an die Errichtung von Bettenstation und Operationssaal.

Nahe der Baustelle befinden sich eine Kirche, ein Kindergarten und eine Schule. Die Hauptstraße führt direkt vorbei, man wird gesehen. Wichtig, denn: „98 Prozent der Patienten kommen hier zu Fuß oder mit dem Rad in das Krankenhaus, viele Kranke werden getragen.“

Gebaut wird nach ortsüblichen Aspekten mit Lehmziegeln und Holz. Das Dach ist das Erste, was aufgestellt wird, erst dann werden – vor Regen geschützt – die Räume „hineingestellt“. Derzeit ist ein Team von Osttiroler Allroundtalenten vor Ort, im November fliegt ein weiterer Trupp nach Afrika. Das Gros an Arbeitern und Material kommt jedoch ganz bewusst aus der Region selbst.

„Im Sommer 2014 soll der Bau fertig sein und der Betrieb starten“, hofft Krösslhuber. Begonnen wird mit einem Arzt aus Tirol und einem einheimischen Arzt sowie sechs Schwestern, Labortechnikern und Hebammen. Die Personalkosten (ohne Ärzte) wird die Diözese übernehmen.

Die Kosten für die erste Bauphase belaufen sich auf 400.000 bis 500.000 Euro. Die Hälfte der Summe habe man durch Spenden beisammen.

Das Projekt braucht mehr denn je jede ideelle, manuelle und finanzielle Unterstützung. Wer einen Beitrag leisten möchte: Volksbank Osttirol, BLZ 40730, Kontonummer: 17.523.


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