Seniorenresidenz soll leer stehendes Hotel ablösen

Um 25 Millionen Euro sind im ehemaligen Hotel Goldener Löwe in St. Johann 70 bis 75 Luxuseinheiten als Altersruhesitz geplant.

Von Verena Hofer

St. Johann i. T. –60 Quadratmeter große Wohnung, in St. Johanns bester Lage, am Beginn der Fußgängerzone: Das Angebot macht Lust auf mehr – geschluckt wird aber beim Preis: 3500 Euro pro Quadratmeter werden verlangt. Dies sind die Eckdaten für das neue Projekt Seniorenresidenz, welches vor Kurzem dem St. Johanner Gemeinderat vorgestellt wurde. Das seit Jahren leer stehende und verfallene Hotel Goldener Löwe soll einer Seniorenresidenz mit zwei Häusern weichen. Als Bauherr fungiert die Victus Projektentwicklungs AG, als Betreiber ist die Schweizer Sensato AG im Gespräch.

Seniorenresidenzen gibt es von der Victus AG bereits in Baden, Gmunden und Thailand. Fünf-Sterne-Häuser mit Pflegeeinheiten sind vorgesehen, wobei die Pflege bis zum Lebensende im Mittelpunkt steht. Geplant sind etwa 70 bis 75 Wohnungen in unterschiedlicher Größe. Zwischen 40, 60 und 75 m² Fläche haben die Einheiten, wobei alle mit Küche ausgestattet sind. Dazu kommen nur zwölf Pflegezimmer für Notfälle. „Operationen werden keine durchgeführt“, stellt Projektleiter Gerhard Nasel klar.

Im Erdgeschoß sind öffentliche Flächen geplant. In der geschlossenen Maximilianstube soll zukünftig wieder ein Restaurant den Betrieb aufnehmen. Dieser Teil des Gebäudes bleibt auch erhalten. Friseursalon, Maniküre und ein Café sind ebenso geplant. „Es soll eine belebte Zone werden“, erklärt Architekt Manfred Jäger.

Die geplante Fassade für den Neubau besticht durch Einfachheit. Angedacht ist, dass zwischen 75 und 85 Mitarbeiter als Pflege- und Hotelpersonal aufgenommen werden. Über achtzig Stellplätze sind in der Tiefgarage vorgesehen, wobei die Einfahrt von der Rückseite erfolgt. „Es geht um eine langfristige Vermietung der Einheiten“, sagt Nasel. Die Betreuung kostet zwischen 2000 bis 3500 Euro, wobei die Reinigung und ein Essen inkludiert sind. „Durchschnittlich muss mit Kosten von rund 5500 Euro monatlich gerechnet werden“, erklärt Nasel den Gemeinderäten.

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Ein Problem stellte sich bei der anschließenden Diskussion heraus. Da die Bewohner dann in der Marktgemeinde leben, kann dort auch der Hauptwohnsitz angemeldet werden. Ein Szenario würde sein, dass der betagte Mensch kein Geld mehr hat und anschließend ins örtliche Pflegeheim aufgenommen werden muss.

Die Betreiber winken ab und erklären: „Diesen Fall können wir nicht zu hundert Prozent ausschließen, jedoch geht das Risiko gegen null.“ Beim Wohnen im Hotel geht das Alter nach unten. „Ab 55 Jahren mieten sich bei uns Menschen ein“, erklärt Nasel.

Einig waren sich die Mandatare über die Parteigrenzen hinaus, dass mit dem leeren Hotel etwas passieren muss. Die Umsetzung ist bis Ende 2015/Anfang 2016 geplant.


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