Mit schwerer Lok in eine Saison voller Neuheiten

Das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck startet mit neuem Chef und neuer Konzertmeisterin, das Haus der Musik ist intensiv in Planung.

Von Ursula Strohal

Innsbruck –Mit einem spannenden Programm startet das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI) am Donnerstag und Freitag seine Symphoniekonzertreihe. Arthur Honeggers „Pacific 231“, benannt nach der Lokomotive „Typ Pacific, Modell 231, für schwere Schnellzüge“. Symbol für den Amtsantritt des neuen Orchesterchefs Francesco Angelico. Der Lok folgen Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streicher und Pauken mit Solist Michael Schöch und Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 5.

Dynamischer Auftakt eines dynamischen Orchesters. Einige Pensionierungswellen haben das TSOI stark verjüngt, aber damit ist nun Pause. Es braucht eine gute Altersmischung mit erfahrenen Fixpunkten, um das Ensemble stabil zu halten. Alexander Rainer, Leiter des Orchesterbüros, ist mit Intendant Johannes Reitmeier und Angelico mit in der Lok und als ehemaliger Soloflötist mit dem Ensemble besonders vertraut. Annedore Oberborbeck, 1982 in Hannover geboren, wurde nach eineinhalb Jahren als neue 1. Konzertmeisterin gefunden und absolviert nun ihr Probejahr. Sie unterrichtet auch am Tiroler Landeskonservatorium. Die neue Harfenistin, Joanna Liberadzka, stammt aus Polen. Das obligate Probejahr beenden demnächst Soloflötistin Kathrin Lösch und Agnieszka Kulowska, Stimmführerin der 2. Geigen.

Leicht ist es nicht, die Lok Orchester zu steuern. Schwangere zum Beispiel dürfen weder ab 22 Uhr arbeiten noch Lärm ausgesetzt sein. Wie das im Orchester? Auch halbe Stellen zu besetzen ist schwierig. Francesco Angelico ist übrigens nach Innsbruck übersiedelt. Pro Saison leitet er vier Konzerte, ein Sonderkonzert und zwei Theaterproduktionen. Zusätzlich sind die Sonntagsmatineen im Konservatorium sehr beliebt (Poulenc-Hommage am 29. September), und auch das Kinderprogramm sowie die Klassik Lounge in der Innsbrucker Kulturbackstube wurden zu Zugpferden. Nach dem Sensationserfolg des ersten TSOI-Openair-Konzerts am Sparkassenplatz folgt das nächste am 5. Juli 2014.

Dringlich für das TSOI ist weiterhin das geplante Haus der Musik, und da schaut es laut Alexander Rainer gut aus: „Wir waren noch nie so weit.“ Intensiv wird an den Formulierungen für den Architekturwettbewerb gearbeitet, damit im besten Fall in der Niedrigwasserphase ab November 2014 am Fundament gearbeitet werden kann. Sonst verschiebt sich der Baubeginn um ein Jahr. Finanziell ist der Bund inzwischen dabei, doch nur, was das Mozarteum betrifft. Eine Förderung durch das Kultur-/Finanzressort wird angestrebt.

Besonders wichtig ist laut Rainer die Anbindung der TSOI-Räumlichkeiten an das Landestheater. Probesaal, Stimmzimmer, Übezimmer, Notenarchiv, Instrumentenlagerung usw. müssen so nah wie möglich sein. Funktionalität spielt immer, ob in den neuen Kammerspielen oder dem Ausbildungsbereich, eine zentrale Rolle. Dazu gehört natürlich auch die Akustik des neuen Saales, der 500 bis 600 Menschen fassen und auch vermietet werden soll. Gerechnet wird nach der EU-weiten Ausschreibung mit über 100 Projekteinreichungen.


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