Braver Bürger lief Amok

Innsbruck – Eigentlich war bis jetzt im Leben eines 48-jährigen Tirolers alles gut gelaufen. Zwei prächtigen Söhnen aus langjähriger Ehe fol...

Innsbruck –Eigentlich war bis jetzt im Leben eines 48-jährigen Tirolers alles gut gelaufen. Zwei prächtigen Söhnen aus langjähriger Ehe folgte der Hausbau und der Ankauf weiterer Wohnungen. Der herausfordernde Job des Mannes warf für all das auch noch genug Geld ab. Bis dem Mann im Sommer einmal alle Belastungen zu viel wurden und er im engsten Lebensumfeld auch noch gleichzeitig mit zwei Todesfällen konfrontiert war.

Etliche Biere auf nüchternen Magen sorgten dann schnell für zwei Promille und einen furchtbaren Ehestreit, bei dem die Frau erst durch das Werfen eines Wohnzimmertisches verletzt und dadurch so verängstigt wurde, dass sie die Polizei rief. Diese fand den Musterbürger dann schreiend vor seinem Haus vor: „Lass mi sofort rein, sonst raffelt es“, schrie er dabei in Richtung seiner Frau. Als die Beamten über den Tobenden darauf auch noch ein Betretungsverbot zu seinen eigenen vier Wänden aussprachen und sogar noch die Festnahme aussprechen mussten, versuchte sich der 48-Jährige aus dem Festhaltegriff der Beamten zu lösen.

Dabei verletzte er sich selbst am Ellbogen, was gestern am Landesgericht fälschlich als Verletzung eines Polizisten angeklagt war. Hierfür erging ein Freispruch.

An einem Schuldspruch für Widerstand gegen die Staatsgewalt und Nötigung gab es jedoch nichts zu rütteln. Verteidiger Friedrich Hohenauer verwies darauf, dass sich sein Mandant seit dem einmaligen Ausrutscher freiwillig in Aggressionstherapie befindet. Zur Hälfte bedingte 4500 Euro Geldstrafe nahm der Mann – weil milde – sofort an. (fell)

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