Kapitän von Greenpeace-Schiff bleibt in russischer U-Haft

Die Haftbeschwerde von Peter Willcox und anderen Besatzungsmitgliedern der „Arctic Sunrise wurde abgelehnt. Der Kapitän wurde bereits zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ein Besatzungsmitglied an Bord der "Arctic Sunrise".
© EPA/Greenpeace

Murmansk – Nach dem spektakulären Greenpeace-Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis muss der Kapitän des Aktionsschiffs „Arctic Sunrise“ bis Ende November in russischer Untersuchungshaft bleiben. Ein Gericht in der Hafenstadt Murmansk lehnte am Montag eine Haftbeschwerde des US-Amerikaners Peter Willcox ab, wie die Agentur Interfax meldete. Aus den Gerichtsunterlagen gehe zudem hervor, dass Willcox 20.000 Rubel (rund 460 Euro) Geldstrafe zahlen müsse, weil er sich den Anordnungen der Küstenwache widersetzt habe.

Russischen Medienberichten zufolge soll Willcox seinen Einsatz vor Gericht bedauert haben. Insgesamt sind 28 Besatzungsmitglieder der „Arctic Sunrise“ und zwei Reporter wegen bandenmäßiger Piraterie angeklagt. Ihnen drohen jeweils bis zu 15 Jahre Haft. Greenpeace weist die Vorwürfe zurück. „Ich mache diesen Beruf seit 40 Jahren, und es hat noch nie solche Vorwürfe gegeben“, sagte Peter Willcox am Montag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA Nowosti vor dem Gericht in Murmansk. „Wenn ich von vorne beginnen könnte, würde ich in New York bleiben. Ich bedaure das sehr.“ Außerdem berichtete der 60-Jährige von Herzproblemen.

Weitere Haftbeschwerden abgelehnt

„Er ist kein Pirat, sondern ein Held“, sagte Willcoxs Ehefrau Maggie einer Mitteilung zufolge. Ihr Mann hatte sich geweigert, die „Arctic Sunrise“ nach Murmansk zu steuern, nachdem russische Sicherheitskräfte das Schiff im Nordpolarmeer geentert hatten. Willcox war auch Kapitän des Greenpeace-Schiffs „Rainbow Warrior“, das französische Agenten 1985 in Neuseeland versenkt hatten.

Auch weitere Haftbeschwerden wurden abgelehnt. „Ich bin wegen etwas verhaftet worden, das ich nicht getan habe“, hatte die 21-jährige Argentinierin Camila Speziale vor Gericht gesagt. (dpa, APA, tt.com)


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