Es wird warm in Kössen

In Rekordzeit hat die Tigas die Gemeinde Kössen erschlossen. Die Nachfrage im Hochwassergebiet ist groß.

Von Harald Angerer

Kössen –Überraschend und schnell – die Erdgasversorgung der Gemeinde Kössen wurde nun offiziell in Betrieb genommen. „Hätten sie mich Anfang des Jahres gefragt, was wahrscheinlicher ist. Dass sich die österreichische Nationalmannschaft für die Fußball-WM qualifiziert oder dass wir heuer noch Kössen erschließen, hätte ich auf das Fußballteam gesetzt“, sagt Philipp Hiltpolt, Geschäftsführer der Tigas.

Auslöser war die Hochwasserkatastrophe im Juni des Jahres. „Damals sind sehr viele Kössener auf uns zugekommen und haben sich nach der Möglichkeit einer Gasversorgung erkundigt, da das ausgelaufene Öl enorme Schäden angerichtet hat“, berichtet Bürgermeister Stefan Mühlberger. Dass es aber so schnell gehen würde, hat auch er nicht geglaubt. „Aber die Tigas hat mir versichert, dass es sich ausgeht und ich habe den Profis geglaubt“, sagt Mühlberger weiter.

Nun fließt bereits das erste Gas in die Kössener Häuser. Erst aber noch in einem eingeschränkten Bereich, versorgt mit einer Flüssiggasanlage. Sie wird einmal wöchentlich mittels Flüssiggas vom Lkw befüllt und garantiert so die Versorgung. Die Anlage versorgt an die 100 Kössener Haushalte mit Erdgas und in einem Jahr soll sie durch eine fixe Gasleitung abgelöst werden. Schon jetzt sind 50 Gebäude angeschlossen, bis Jahresende sollen die 100 erreicht werden. „Viel mehr Häuser können wir derzeit auch nicht versorgen durch die Anlage. Vor allem Betriebe müssen sich noch etwas gedulden“, erklärt Hiltpolt.

Im kommenden Jahr soll dann aber die Stichleitung von Niederndorf, sie endet derzeit dort im Bereich Sebi, über Walchsee bis nach Kössen gegraben werden. Die Leitung wird die 15 Kilometer entlang der Bundesstraße verlegt. Dann ist eine flächendeckende Versorgung von Kössen möglich. Bis Herbst 2014 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Tigas schätzt die Kosten für die Erschließung auf rund fünf Millionen Euro.

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