Für Tod des Vaters verantwortlich: Drei Jahre Haft für Innsbrucker

Der 52-Jährige soll nach Schlägen für den Tod seines Vaters verantwortlich sein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Erst das Einsatzkommando Cobra konnte 2011 einen Innsbrucker Immobilien-Unternehmer bändigen, der im gemeinsamen Wohnhaus auf seine Eltern eingeschlagen hatte.

Minuten vor der Tat war der 52-Jährige mit über zwei Promille von einem Bordell­besuch vormittags heimgekehrt. Als ihn die betagte Mutter zur Rede stellte, kam es zum Gewaltausbruch.

19 Tage später verstarb der 78-jährige Seniorchef an einer Gehirneinblutung. Beim Prozessauftakt am Landesgericht im Mai 2012 wurde der Unternehmer dann nicht wegen angeklagten Totschlags, sondern „nur“ wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vier Jahren Haft, eines davon unbedingt, verurteilt. Nach erfolgreichen Einsprüchen von Verteidiger Mathias Kapferer behob der Oberste Gerichtshof jedoch das Urteil, da bei den Ersteinvernahmen einerseits das familiäre Recht auf Aussageverweigerung verletzt worden war und zudem auch die Behandlung des 78-Jährigen an der Klinik mitschuld am Tod des Opfers gewesen hätte sein können. Ein medizinischer Sachverständiger belegte dazu gestern am Landesgericht, dass man damals seitens der Klinik zwar nicht kunstgerecht behandelt hatte – es wurde nicht einmal die Krankengeschichte des Seniors abgefragt –, aber man eine allenfalls aufschlussreiche Computertomographie bei diesem Verletzungsbefund damals ohnehin nicht durchgeführt hätte. So war der Tod des Vaters letztlich doch dem Sohn zuzurechnen.

Richter Thomas Dampf verhängte darauf für Körperverletzung mit Todesfolge, schwere Körperverletzung an der Mutter und Widerstand gegen die Staatsgewalt nicht rechtskräftig drei Jahre Haft – eines davon unbedingt. Dazu besteht eine Weisung zur Aggressionstherapie.

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