Tiroler Spiel knackt Millionen-Marke

Ein kleines Tiroler Entwicklerstudio mischt am internationalen Computerspiel-Markt mit.

Von Daniel Feichtner

Innsbruck –Tirol ist nicht Silicon Valley. Entwicklerstudios für Computerspiele sind hierzulande eine Randerscheinung. Dennoch gibt es sie – und das mit Erfolg. Seit 2006 beweist Michael Schiestl, Mitbegründer des ClockStone Studios, zusammen mit seinem Team, dass auch Innsbruck fruchtbarer Boden für Spieledesign sein kann.

Und die Verkaufszahlen ihres aktuellen Titels, einer Brückenbausimulation namens „Bridge Constructor“, geben ihnen Recht. Bei der Entwicklung der PC-Version sicherte sich ClockStone die Rechte an den iOS- und Android-Umsetzungen. Seit dem Erscheinen Ende 2011 und Mitte 2012 sind die Mobilversionen deutlich mehr als eine Million Mal verkauft worden. Der Umsatz des Titels dürfte jenseits der Zwei-Millionen-Euro-Marke liegen. Mit dem Schwenk vom PC zu mobilen Geräten hat das acht Personen starke Team nicht nur einen neuen Markt erobert. Dank der einfacheren Verkaufsstruktur im Internet ist das Studio auch nicht mehr auf Zwischenhändler angewiesen.

Durch die Einnahmen von „Bridge Constructor“ hat sich ClockStones nächstes Projekt schon vorfinanziert. Und auch damit will man dem Mobile-Sektor treu bleiben. Denn die viel zitierte Krise am Spielemarkt gibt es laut Schiestl nicht. „Computerspiele haben sich einfach verändert. Uns ist es gelungen, im richtigen Moment flexibel zu sein und mitzuhalten“, meint er.

Und auch wenn Tirol nicht der ideale Standort ist, um sich zu vernetzen, wollen die Entwickler hier bleiben. „Uns steht hier der ganze Talentpool Innsbrucks zur Verfügung“, meint Schiestl. „Und durch den Vertrieb über das Internet sind wir deutlich unabhängiger.“

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