39 Syrer über den Brenner geschleppt

Von Reinhard Fellner...

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Wie das internationale Schlepperwesen funktioniert und von politischen Krisen profitiert, zeigte gestern ein Schlepperprozess am Landesgericht.

Angeklagt waren dort vor Strafrichter Georg Höfle ein Däne und zwei Deutsche syrischer Herkunft wegen Schlepperei für eine Organisation. Laut Staatsanwalt Reinhard Santeler hatte der Däne dabei die Schleppung von nicht weniger als 39 syrischen Flüchtlingen zu verantworten.

Die Reiseroute lautete dabei Mailand–Malmö. Und führte die drei Schlepper durch Tirol, wo sie geschickt getarnt in einem VW-Reisebus mitten in der Sommerhauptreisezeit im August dennoch ins Visier der Grenzpolizei geraten waren. Zumindest fünf Personen sollen im Kleinbus pro Fahrt geschleppt worden sein. Schon in Tirol lag eine lange Reise hinter ihnen. Nach Angaben eines der Geschleppten hatte er für die Verbringung seiner Familie nach Schweden erst einmal in Syrien 9000 Euro an eine Schlepperorganisation bezahlt. Von dort aus ging es dann per Schiff nach Italien, wo man sich alleine nach Mailand durchschlagen musste. Von Norditalien aus sollte man dann über die Schlepperorganisation über Tirol und Deutschland nach Schweden weiterbefördert werden.

Der Traum der illegalen Flüchtlinge platzte jedoch mit der Festnahme ihrer Schlepper – alle wurden wieder von Österreich nach Italien zurückgeschickt.

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Die drei Angeklagten zeigten sich gestern beim Prozess großteils geständig – bis zu zehn Jahre Haft drohten.

Urteile über 20 Monate (sechs unbedingt) und zweimal acht Monate Haft (zwei unbedingt) nahmen die beiden Letzteren sofort an.


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