Große Dienstwohnungen und Limousinen

Als Konsequenz aus der Debatte über den Limburger Bischof veröffentlichen weitere Bistümer ihre Vermögenswerte.

Limburg, Rom –Für den umstrittenen Bischof des Bistums Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, heißt es weiter warten. Heute wird Papst Franziskus erst einmal mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, über Tebartz-van Elst sprechen, um sich ein Bild über die Vorwürfe – u. a. den der Prunksucht – machen zu können. Nur der Papst kann über eine mögliche Amtsenthebung entscheiden. Wobei gestern aber auch bekannt wurde, dass der Vatikan über wesentliche Details des bischöflichen Bauprojekts vor Baubeginn informiert war, das wegen der Kosten von inzwischen mindestens 31 Millionen Euro den Wirbel ausgelöst hatte.

Derweil haben andere Bistümer in Deutschland ihre Vermögenswerte veröffentlicht. Und einige der Oberhirten erzählten der deutschen Nachrichtenagentur dpa sogar einiges über ihr Lebensumfeld. Sie bevorzugen einen durchwegs bescheideneren Lebensstil, dürfen zum Teil aber dennoch die Annehmlichkeiten von großen Dienstwohnungen und teuren Luxus-Karossen genießen.

Kardinal Reinhard Marx vom Bistum München-Freising zählt zu den Großverdienern unter den deutschen Bischöfen. Er kommt auf 11.500 Euro pro Monat. Der Freistaat Bayern stellt dem einflussreichen Oberhirten mietfrei das Erzbischöfliche Palais zur Verfügung. Marx bewohnt dort eine Drei-Zimmer-Wohnung (90 Quadratmeter). Unterwegs ist er im BMW 730i – mit Chauffeur.

Die Schwaben im Bistum Rottenburg-Stuttgart toppen sogar Limburg. 39 Millionen Euro verschlang der Umbau des Verwaltungsgebäudes der Diözese. Das war aber von Beginn an transparent gehandhabt. Der Bischof selbst lebt auf 100 Quadratmetern und ist im Audi A6 unterwegs.

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Robert Zollitsch, Oberhirte von Freiburg, wohnt in einem Reihenhaus auf 200 Quadratmetern und versteuert den Mietwert. Er ist eher als bescheiden bekannt und liebt wie der Papst bequeme Schuhe. Sein Dienstauto – er ist als Vorsitzender der Bischofskonferenz 20 Stunden die Woche im Auto unterwegs – ist ein BMW 740d. (dpa, sta)


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