Bulgarien will kilometerlange Mauer an Grenze zur Türkei errichten

Die Mauer soll bei Elhowo entstehen, wo rund 85 Prozent der syrischen Flüchtlinge illegal über die Landesgrenze nach Bulgarien gelangen. Die Baukosten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Sofia – Bulgarien will eine 30 Kilometer lange und drei Meter hohe Mauer entlang der Grenze zur Türkei errichten, um die illegale Einreise syrischer Flüchtlinge einzudämmen. Das meldet das Staatsradio am Mittwoch und zitiert den stellvertretenden Innenminister des Landes Wassil Marinow. „Unser Ziel ist, dass die Flüchtlinge über den Grenzkontrollpunkt bei Swilengrad einreisen, um sie auch ordnungsgemäß erfassen zu können“, argumentierte Marinow. Es ginge nicht darum, den aus den bürgerkriegsgeplagten Syrien fliehenden Menschen keinen Schutz zu gewähren.

Die Mauer soll bei Elhowo entstehen, wo rund 85 Prozent der syrischen Flüchtlinge illegal über die Landesgrenze nach Bulgarien gelangen. Die Baukosten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Am kommenden Montag soll die Regierung in Sofia bei einer Sondersitzung die Krise mit dem anschwellenden Flüchtlingsstrom aus Syrien diskutieren und über Dringlichkeitsmaßnahmen entscheiden. Durch die Landgrenze zur Türkei gelangen täglich rund 100 Flüchtlinge illegal nach Bulgarien. Momentan befinden sich rund 6500 syrische Asylbewerber in Bulgarien, das das einzige EU-Land ist, welches von Syrien aus auf dem Landweg erreicht werden kann. Bis Jahresende erwartet Bulgarien rund 11.000 Flüchtlinge aus Syrien. Die Kapazität der Unterbringungsheime ist längst ausgeschöpft. Nun wartet Sofia auf finanzielle und technische Unterstützung aus Brüssel. (APA)


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