Israelischer Siedlungsbau um 70 Prozent gestiegen

Siedlungskritiker veröffentlichten die Zahlen zum Siedlungsbau im ersten Halbjahr 2013.

Jerusalem/Ramallah – Um 70 Prozent ist die Zahl der Neubauten in den israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland nach Angaben von Aktivisten im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie die siedlungskritische Organisation „Frieden Jetzt“ am Donnerstag mitteilte, wurde von Jänner bis Juni der Bau von 1708 weiteren Siedlerwohnungen gestartet. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es demnach 995 Neubauten.

Die israelische Menschenrechtsgruppe ergänzte, 180 der Neubauten dieses Jahrs lägen in „wilden Siedlungen“, die auch nach israelischer Rechtsprechung illegal gegründet worden seien. Weitere 2.480 neue Siedlerwohnungen, deren Errichtung schon im vergangenen Jahr begonnen habe, seien zudem in diesem Jahr fertiggestellt oder weitergebaut worden.

Die internationale Gemeinschaft verurteilt die israelische Siedlungspolitik in den im Sechstagekrieg des Jahres 1967 besetzten Palästinensergebieten als völkerrechtswidrig. Die Siedlungen sind neben Israels Sicherheitsinteressen das Hauptthema der Nahostfriedensgespräche, die Ende Juli nach dreijähriger Pause auf Vermittlung der USA wieder in Gang gekommen waren. (APA/AFP)


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