Friedensnobelpreisträger baten Putin um Gnade für Greenpeace

Unter den Nobelpreisträgern sind Desmond Tutu und Shirin Ebadi. Das Ersuchen wurde jedoch abgewiesen.

Murmansk – Mehrere Friedensnobelpreisträger haben Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief um Unterstützung für die 28 in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten und zwei Reporter gebeten. Die elf Unterzeichner, darunter der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu und die iranische Menschenrechtlerin Schirin Ebadi, forderten Putin auf, alles zu tun, damit die „übertriebenen“ Piraterie-Anklagen fallen gelassen würden. Das teilte Greenpeace am Donnerstag mit. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Bitte aber ab.

„Der Präsident hat große Achtung vor den Nobelpreisträgern und nimmt ihre Meinung sehr ernst. Aber in diesem Fall ist der Präsident nicht der richtige Ansprechpartner“, sagte Peskow. Dies sei Sache des Gerichts. Die russische Justiz gilt als staatlich gesteuert.

Die Aktivisten und Reporter sitzen seit fast einem Monat in Untersuchungshaft, nachdem sie Mitte September an einer russischen Plattform gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert hatten. Wegen bandenmäßiger Piraterie drohen ihnen je bis zu 15 Jahre Haft. Ein Gericht in der nordrussischen Stadt Murmansk lehnte indes erneut Haftbeschwerden ab. (APA)


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