Ratgeber, wenn Eltern Hilfe brauchen

Die Familienberatung des Landes hilft bei Notfällen und Krisen in Familien.

Innsbruck – Ein Baby, das nicht zu schreien aufhört und die Eltern fast verzweifeln lässt. Ein Kind, das von einem Tag auf den anderen nicht mehr in die Schule gehen will. Eine Alleinerzieherin, die überfordert ist. Und sehr oft Kinder, die im Scheidungskrieg ihrer Eltern hin- und hergerissen sind.

Die Probleme für Eltern in der Erziehung sind vielfältig. Seit 40 Jahren versucht die Erziehungsberatung des Landes, mit ihrem kostenlosen Beratungsangebot Familien in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen. „Wir haben 1973 mit einer Beraterin und 20 Klienten begonnen“, blickte Geschäftsführerin Ursula Reindorf beim Jubiläum am Donnerstag zurück. „Heute haben wir 15 Beraterinnen in jeder Bezirkshauptstadt und rund 1500 Klienten pro Jahr.“

Bis zu 45 Prozent der Beratungen würden Scheidungsfälle betreffen, erklärt Reindorf. Das heuer im Februar in Kraft getretene Kindschafts- und Namensrechtsänderungsgesetz schreibt Paaren, die sich scheiden lassen wollen, eine verpflichtende Beratung vor, wie das Leid für die Kinder möglichst vermieden werden kann. „Obwohl verpflichtend, sagen viele Eltern, dass sie sehr viel davon mitnehmen konnten“, spricht Reindorf von einem Fortschritt.

Positive Erfahrungen habe man auch mit der 2008 eingeführten Mutter-Eltern-Beratung gemacht, über die schwangere Frauen und junge Eltern leichter zu erreichen seien. An ausgewählten Sprechtagen erhalten junge Familien psychologische und pädagogische Betreuung, um sich besser in ihrer neuen Rolle zurechtzufinden. Ein neuer Schwerpunkt soll die Elternbildung werden. (cm)


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