Missbrauch des Notrufs kein Scherz

Die Zahl der Anzeigen wegen gefälschter Notrufe steigt leicht. Die Konsequenzen für Missbrauch sind drastisch.

Innsbruck –Ein Anruf und wenn nötig stehen binnen Minuten Hunderte, meist freiwillige Helfer im Einsatz. Der Notruf soll Leben retten. Immer wieder narren aber auch Unverbesserliche die Einsatzkräfte mit erfundenen Notfällen. Im Vorjahr gab es laut Polizei 25 Anzeigen, heuer sind es bereits 24. Zwischen 2007 und 2011 stiegen die fingierten Notrufe sogar auf bis zu 40 pro Jahr.

Einige der Fälle klingen fast unglaublich: Etwa dass jemand einen Brand erfindet, nur um sich seine Wohnungstür kostenlos aufsperren zu lassen. Oder ein Notruf wegen einer verlorenen Wette. Nicht erfunden, sondern von der Polizei dokumentiert. „Sehr oft ist auch Alkohol im Spiel“, weiß Stefan Eder von der Pressestelle der Tiroler Polizei. 70 Prozent der fingierten Hilferufe betreffen übrigens angebliche Brände.

In den meisten Fällen gelinge es, die Täter auszuforschen, sagt Eder. Die rechtlichen Folgen haben es in sich und können bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu einem halben Jahr reichen.

Wer ohne Not die Feuerwehr holt, muss auch deren Einsatz bezahlen, ergänzt Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber. Den unverantwortlichen Scherzbolden müsse weiters bewusst sein, was ein unnötiger Notruf für die Einsatzkräfte bedeute, ruft der Chef der Leitstelle, Martin Eberharter, ins Gedächtnis. „Die Helfer sind bei jedem Wetter, freiwillig und oft lange im Einsatz.“ Oft müssten sie dafür von der Arbeit weg.

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„Jeder Einsatz birgt durch den Stress schon auf der Anfahrt ein Risiko“, warnt auch Alfons Gruber vor gedankenlosen Notrufen. Und letztlich seien die Einsatzkräfte durch Fehleinsätze für wirkliche Notfälle gebunden. (cm)


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